Die ServiceNow-Aktie brach am Dienstag um 7,1% auf rund 110 Dollar ein – und das trotz starker Quartalszahlen und frischer Kaufempfehlungen von Goldman Sachs. Der Auslöser: Anthropic stellte mit „Claude Cowork“ einen autonomen KI-Agenten vor, der bei Anlegern die Angst schürte, dass solche Tools klassische Software-Lizenzen überflüssig machen könnten. Der Ausverkauf erfasste den gesamten SaaS-Sektor und zog auch Salesforce und Adobe nach unten.
Doch die Marktreaktion erscheint widersprüchlich. Ausgerechnet am Tag des Kursrutsches verkündeten ServiceNow und Anthropic eine erweiterte Partnerschaft. Die Claude-Modelle werden künftig direkt in die ServiceNow-Plattform integriert – als Standard für „Build Agents“. Das Unternehmen verwies auf interne Tests, bei denen die KI-Tools die Vorbereitungszeit im Vertrieb um bis zu 95% reduziert hätten. Statt Kannibalisierung positioniert ServiceNow die KI-Entwicklung als Produktivitätsturbo für seine Kunden.
Goldman Sachs setzt auf Comeback
Nur einen Tag vor dem Kurssturz, am 2. Februar, hatte Goldman Sachs die Aktie auf seine „US Conviction List“ gesetzt und ein Kursziel von 216 Dollar ausgegeben. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von nahezu 100% gegenüber dem aktuellen Niveau um 110 Dollar.
Auch andere Analysten bleiben nach den Ende Januar vorgelegten Q4-Zahlen optimistisch. Bernstein bekräftigte am 30. Januar sein „Outperform“-Rating mit einem Ziel von 219 Dollar und sprach von einer „Discount Large-Cap Growth“-Gelegenheit. Skeptischere Stimmen gibt es dennoch: HSBC und BNP Paribas haben ihre Kursziele zuletzt auf rund 120 Dollar gesenkt.
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Die Zahlen sprechen andere Sprache
Die operative Entwicklung im vierten Quartal 2025 widerspricht der negativen Stimmung:
- Umsatz: 3,57 Milliarden Dollar (+20,7% zum Vorjahr)
- Gewinn je Aktie: 0,92 Dollar (Konsensschätzung: 0,89 Dollar)
- Abo-Erlöse: +21%
Für 2026 hob das Management die Prognose an und erwartet Abo-Umsätze zwischen 15,53 und 15,57 Milliarden Dollar. Zusätzlich genehmigte der Vorstand ein neues Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden Dollar – ein Signal für das Vertrauen in die eigene Bewertung.
Bewertungslücke oder Strukturbruch?
Die Aktie notiert damit auf neuen 12-Monats-Tiefs, obwohl die Fundamentaldaten solide wachsen und Großbanken zum Einstieg raten. Die entscheidende Frage: Nutzen Value-Investoren die Diskrepanz zwischen technischer Schwäche und bestätigtem Wachstum, oder dominiert weiter die sektorweite Nervosität vor KI-bedingter Disruption? Die Reaktion auf die kommenden Quartalszahlen dürfte zeigen, ob der Markt die KI-Integration als Bedrohung oder Chance wertet.
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