ServiceNow steckt in einem Widerspruch, der Anleger zunehmend verunsichert: Das Unternehmen setzt auf KI als zentralen Wachstumstreiber — und steht gleichzeitig unter dem Verdacht, dass genau diese KI sein traditionelles Geschäftsmodell aushöhlt. Eine Abstufung durch UBS hat diese Debatte letzte Woche auf die Spitze getrieben.
Die Abstufung und ihre Logik
UBS-Analyst Karl Keirstead stufte die Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ herab und kappte das Kursziel von 170 auf 100 US-Dollar. Der Auslöser war nicht allein eine Bewertungsfrage. Keirstead berichtet, dass Fortune-500-Unternehmen seit Dezember verstärkt signalisieren, klassische Unternehmenssoftware zugunsten von KI-Infrastrukturausgaben zurückzustellen. Seine Wachstumsprognose für ServiceNows verbleibende Leistungsverpflichtungen (RPO) bis Ende 2026 senkte er von 20 auf 16 Prozent.
Besonders das Konzept der sogenannten „Seat Compression“ alarmierte Investoren: KI-gestützte Automatisierung könnte schlicht weniger menschliche Nutzer erfordern — und damit das lizenzbasierte Umsatzmodell von Anbietern wie ServiceNow, Salesforce oder Adobe direkt unter Druck setzen.
Die Aktie verlor in der vergangenen Woche rund 18,6 Prozent und schloss auf einem 52-Wochen-Tief von 83 US-Dollar — der schwächsten Wochenbilanz seit 2016. Seit Jahresbeginn hat der Titel knapp 46 Prozent seines Wertes eingebüßt.
Analysten gespalten, Zahlen solide
Die breite Analystengemeinschaft folgte UBS bislang nicht. Von 32 befragten Analysten empfehlen laut Stand vom 9. April 2026 die meisten die Aktie weiterhin zum Kauf. Goldman Sachs hält an seiner „Buy“-Einstufung fest, senkte das Kursziel jedoch von 216 auf 188 US-Dollar. Stifel reduzierte das Ziel von 180 auf 135 US-Dollar, ebenfalls bei „Buy“.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei ServiceNow?
Tatsächlich sprechen die jüngsten Quartalszahlen eine andere Sprache als der Kursverlauf. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 erzielte ServiceNow einen Umsatz von 3,57 Milliarden US-Dollar — ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr, leicht über den Erwartungen. Die KI-Suite „Now Assist“ überstieg 600 Millionen US-Dollar im jährlichen Vertragswert und soll 2026 die Milliarden-Marke knacken. Für das laufende Jahr peilt das Unternehmen ein Abonnementumsatzwachstum von mehr als 20 Prozent sowie eine Free-Cashflow-Marge von 36 Prozent an.
Der 22. April als Prüfstein
Am 22. April legt ServiceNow seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor. Der Optionsmarkt preist derzeit eine Kursbewegung von rund elf Prozent in beide Richtungen ein — ein Hinweis auf die hohe Unsicherheit.
Die Zahlen werden zeigen müssen, ob das KI-Geschäft die Schwäche im klassischen Softwarebereich tatsächlich kompensieren kann und ob die Jahresprognose eines Abonnementwachstums von 18,5 bis 19 Prozent Bestand hat. ServiceNow ist dabei kein Einzelfall: Der gesamte SaaS-Sektor hat in diesem Jahr schätzungsweise zwei Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung verloren, während Kapital in Richtung KI-Hardware und Infrastruktur abfließt.
ServiceNow-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ServiceNow-Analyse vom 13. April liefert die Antwort:
Die neusten ServiceNow-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ServiceNow-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
ServiceNow: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
