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ServiceNow Aktie: KI-Auftragswert über 1 Milliarde Dollar

ServiceNow verzeichnet Kursverlust nach Rally, trotz überzeugender Quartalszahlen und boomendem KI-Geschäft. Analysten streiten über Bewertung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursminus von 2,3 Prozent
  • KI-Auftragswert übersteigt Milliardenmarke
  • Analystenziele zwischen 125 und 251 Dollar
  • Insiderkäufe und -verkäufe gemischt

ServiceNow-Aktien gerieten am Mittwoch unter Druck, obwohl das Unternehmen wenige Wochen zuvor mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen hatte. Der Kurs schloss bei 108,00 Euro, ein Minus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vortag. Investoren nehmen offenbar Gewinne mit, nachdem das Papier zuvor kräftig gestiegen war – über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Zuwachs auf 18 Prozent.

Ein neues Unternehmensereignis steckt nicht hinter der jüngsten Schwäche. Vielmehr verdauen Anleger die starke Rally nach den Ende Juli veröffentlichten Zahlen zum zweiten Quartal, während zugleich Bewertungsfragen aufkommen. Der Softwarekonzern hatte im zweiten Quartal einen Umsatz von 3,987 Milliarden Dollar gemeldet, ein Plus von rund 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie lag bei 0,90 Dollar und übertraf den Konsens deutlich. Der Subskriptionsumsatz wuchs sogar um 24,5 Prozent auf 3,877 Milliarden Dollar, das aktuelle verbleibende Auftragsvolumen (cRPO) kletterte um 21 Prozent auf 13,20 Milliarden Dollar.

KI-Geschäft treibt Wachstum

Besonders im Fokus steht das KI-Geschäft von ServiceNow. Der jährliche Auftragswert aus KI-Produkten überschritt die Marke von einer Milliarde Dollar, agentische Bereitstellungen haben sich laut Unternehmensangaben binnen neun Monaten verneunfacht.

Konzernchef Bill McDermott bezeichnete die Entwicklung als Grundlage für eine Neubewertung der Aktie am Markt. Der Finanzchef erklärte zudem, das Ziel, bis 2030 rund 30 Prozent des Auftragsvolumens auf KI-Produkte zu stützen, werde bereits jetzt übertroffen.

Trotz der operativen Stärke bleibt die Aktie im laufenden Jahr klar im Minus – ein Kontrast, der die aktuelle Diskussion um die Bewertung befeuert. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 78 zählt ServiceNow zu den teureren Software-Titeln, auch wenn das Wachstum von 24,5 Prozent höher ausfällt als bei vielen Wettbewerbern.

Der Relative-Stärke-Index von 63,4 deutet darauf hin, dass die Aktie trotz des jüngsten Rücksetzers noch keine überkaufte Zone verlassen hat, während eine annualisierte Volatilität von 56 Prozent auf weiterhin lebhafte Kursausschläge hindeutet.

Analysten uneins über fairen Wert

Die Einschätzungen der Analysten fallen breit gestreut aus. Wells Fargo-Analyst Michael Turrin bestätigte seine Kaufempfehlung und hob das Kursziel an, mit Verweis auf die starke operative Entwicklung.

Deutlich zurückhaltender positionieren sich andere Häuser: Kurszielspannen reichen von rund 125 bis 251 US-Dollar, der Marktkonsens liegt bei einer moderaten Kaufempfehlung mit einem Durchschnittsziel im niedrigen 140er-Bereich. Diese Spreizung zeigt, wie unterschiedlich die hohe Bewertung im Verhältnis zum Wachstumstempo interpretiert wird.

Auf der Insiderseite zeigt sich ein gemischtes Bild: Während Konzernchef McDermott Aktien im Wert von rund drei Millionen Dollar zukaufte, verkauften andere Insider in den vergangenen Monaten Positionen. Auch institutionelle Investoren sind uneinig – während mehr als 1.200 Institutionen ihre Bestände aufstockten, reduzierten fast ebenso viele ihr Engagement.

Produktoffensive im Partnernetzwerk

Abseits der Kurszahlen treibt ServiceNow seine Plattform durch Integrationen mit Partnern voran. Mehrere Zertifizierungen des Contact-Center-Anbieters Five9 für aktuelle ServiceNow-Releases unterstreichen, wie Kundenservice-Anwendungen zunehmend mit generativer KI verknüpft werden.

ServiceNow-Manager Jon Sigler betonte, Kunden wollten KI-Funktionen jetzt produktiv einsetzen – ein Hinweis darauf, dass das Unternehmen sein Ökosystem parallel zum Kerngeschäft ausbaut, während der Markt über den fairen Kurswert der Aktie weiter uneins bleibt.

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Diskussion zu ServiceNow

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.