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Symbolbild, KI-generiert

ServiceNow Aktie: Die Ausblick-Falle?

ServiceNow steigert die Aboerlöse im dritten Quartal um 21 Prozent, doch die Prognose für das Schlussquartal bleibt hinter den Markterwartungen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Drittes Quartal mit 21 Prozent Abozuwachs
  • Schlussquartalsprognose unter Markterwartungen
  • Morgan Stanley senkt Kursziel auf 160 Dollar
  • HPE vereinbart fünfjährige Zusammenarbeit mit ServiceNow

ServiceNow wächst weiter kräftig, erfüllt damit aber nicht die Erwartungen des Marktes. Nach den Quartalszahlen geriet die Aktie am Donnerstag deutlich unter Druck. Reuters zufolge belasteten zugleich Sorgen über mögliche Verwerfungen durch künstliche Intelligenz den Softwaresektor.

Für Anleger liegt darin der zentrale Konflikt: ServiceNow meldet steigende Abonnementerlöse und neue Kundenvereinbarungen, während der Ausblick Zweifel am weiteren Wachstumstempo auslöst.

Der Ausblick wiegt schwerer als das Quartal

Im dritten Quartal 2026 erzielte ServiceNow Abonnementerlöse von 3.988 Millionen $, ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte verwässerte Gewinn je Aktie betrug 1,00 $.

Das Umsatzwachstum reichte nicht aus, um die Enttäuschung über die Erwartungen an das Schlussquartal auszugleichen. Medienberichten zufolge verfehlte auch der bereinigte Gewinn je Aktie die Schätzungen. Damit richtete sich die Aufmerksamkeit weniger auf das bereits erreichte Wachstum als auf die Frage, welches Tempo ServiceNow als Nächstes liefern kann.

Für das vierte Quartal 2026 stellte das Unternehmen Abonnementerlöse von 4.245 bis 4.255 Millionen $ in Aussicht. Die Prognose für das Wachstum der Kennzahl cRPO liegt bei 18,5 Prozent.

Nach Reuters-Berichten blieb dieser Ausblick hinter den Markterwartungen zurück. Die Kursreaktion lässt sich deshalb nicht allein als Urteil über das abgelaufene Quartal lesen. Sie zeigt ebenso, wie hoch die Anforderungen an den weiteren Geschäftsverlauf sind.

Analysten unterscheiden zwischen Tempo und Potenzial

Die Analystenreaktionen vor gut einer Woche spiegelten diese Spannung wider. Morgan Stanley senkte das Kursziel von 180 $ auf 160 $ und behielt die Einstufung „Overweight“ bei. Als Gründe nannte das Haus das langsamere cRPO-Wachstum und den Ausblick auf das Schlussquartal. Stifel bestätigte dagegen sein gleich hohes Kursziel und die Kaufempfehlung.

Die Bewertung fiel damit nicht einheitlich aus. Während Morgan Stanley seine Zielmarke reduzierte, sah Stifel keinen Anlass für eine entsprechende Anpassung. Beide Häuser hielten jedoch an ihren positiven Anlageurteilen fest. Das unterscheidet die Kritik am kurzfristigen Wachstumstempo von einer grundsätzlich negativen Einschätzung des Unternehmens.

Kundenaufträge liefern den operativen Gegenpol

Am 28. Oktober meldete ServiceNow eine Vereinbarung mit HPE über fünf Jahre. HPE wählte die ServiceNow AI Platform für Unterstützungsdienste seines Cloud-&-AI-Geschäfts. Die Zusammenarbeit umfasst unter anderem Kundenservice, Außendienst und KI-Governance.

Solche Vereinbarungen sind für die Einordnung wichtig: Sie belegen konkrete Einsatzfelder der Plattform. Sie beantworten allerdings nicht automatisch die Frage, ob ServiceNow die hohen Erwartungen an das Wachstum im nächsten Quartal erfüllen kann.

Ein weiteres Anwendungsbeispiel lieferte ServiceNow am 22. Oktober. Beim Kunden Thrive erreichte die eingesetzte CRM-Lösung mit KI-Agenten nach Unternehmensangaben eine Erstlösungsquote von 73 Prozent. Die Zeit bis zur Problemlösung sank um 63 Prozent.

Damit stehen dem vorsichtig aufgenommenen Ausblick messbare Kundenergebnisse gegenüber. Der entscheidende Maßstab bleibt, ob sich solche Anwendungen und Vereinbarungen in einem Wachstum niederschlagen, das die Erwartungen des Marktes erfüllt. Neue Partnerschaften allein lösen diesen Bewertungsdruck nicht auf.

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