ServiceNow-Chef Bill McDermott schlug am Freitag auf CNBC einen ungewöhnlichen Ton an: Der CEO eines der führenden Enterprise-Software-Unternehmen warnte vor massiver KI-bedingter Arbeitslosigkeit unter Hochschulabsolventen — und verwies dabei auf die eigenen Produkte als Treiber dieser Entwicklung. Die Aktie steht trotz starker Fundamentaldaten seit Monaten unter erheblichem Druck.
McDermotts Prognose und was dahintersteckt
McDermott sagte im CNBC-Interview, die Arbeitslosigkeit unter Berufseinsteigern könnte „in den nächsten ein bis zwei Jahren leicht in den mittleren 30-Prozent-Bereich steigen“. Zum Vergleich: Ende 2024 lag die Arbeitslosenquote unter Hochschulabsolventen laut der Federal Reserve Bank of New York bei rund 5,7 Prozent, die Unterbeschäftigung bei 42,5 Prozent.
Die Aussagen waren kein reiner Makrokommentar. McDermott erklärte, ServiceNows eigene Tools hätten bereits 90 Prozent der Anwendungsfälle im Kundenservice automatisiert, die zuvor von Menschen erledigt wurden. Unternehmen könnten damit Einstellungskosten senken und gleichzeitig Umsatz und freien Cashflow steigern — ohne die Belegschaft aufzustocken.
Starke Zahlen, schwacher Kurs
Die operative Entwicklung gibt McDermotts Selbstbewusstsein durchaus Recht. Im vierten Quartal 2025 wuchsen die Abonnementerlöse um 21 Prozent auf 3,47 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie übertraf die Erwartungen. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen — ein wichtiger Indikator für künftige Umsätze — stiegen um 25 Prozent auf 12,85 Milliarden Dollar.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet ServiceNow Abonnementerlöse zwischen 15,53 und 15,57 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von knapp 20 Prozent entspräche. Hinzu kommt ein Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden Dollar.
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Trotzdem verlor die Aktie zwischen Dezember 2025 und März 2026 rund 34 Prozent an Wert. Anleger zeigen sich verunsichert darüber, ob KI-Konkurrenten das Kerngeschäft von ServiceNow langfristig gefährden könnten — eine Sorge, die Jefferies als übertrieben einstuft. Die Investmentbank sieht ServiceNow als zu Unrecht abgestrafter Titel in der aktuellen KI-Debatte.
Produkte sollen Wachstum untermauern
ServiceNow hat zuletzt seine KI-Produktpalette deutlich ausgebaut. Mit der „Autonomous Workforce“-Plattform und dem neuen „EmployeeWorks“-Produkt — das Conversational AI mit Unternehmensworkflows verbindet — adressiert das Unternehmen nach eigenen Angaben knapp 200 Millionen Beschäftigte weltweit. Das KI-Produkt „Now Assist“ erreichte einen jährlichen Vertragswert von 600 Millionen Dollar, der sich 2026 verdoppeln soll.
Institutionelle Investoren halten weiterhin rund 88 Prozent der Anteile — ein Zeichen, dass das Vertrauen großer Anleger trotz der Kurskorrektur intakt geblieben ist. Ob der Markt die Bewertung an die starken operativen Kennzahlen anpasst, wird maßgeblich davon abhängen, wie sich der Wettbewerb im Enterprise-KI-Segment in den kommenden Quartalen entwickelt.
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