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ServiceNow Aktie: Analysten senken Ziel auf 142 Dollar

ServiceNow stellt sein Preismodell um und positioniert sich als zentrale KI-Kontrollplattform für Unternehmen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neues Preismodell nach KI-Verbrauch
  • Positionierung als KI-Kontrollzentrale
  • 70 Prozent der KI-Kunden nutzen NOW Assist
  • Aktie mit 48 Prozent Analysten-Potenzial

Der Hintergrund ist entscheidend. Analysten haben das Kursziel für ServiceNow von 166 auf 142 US-Dollar gesenkt. Der Aktienkurs fällt seit Wochen. Der Ausverkauf spiegelt eine einzige, unbequeme Frage wider. Wenn Künstliche Intelligenz die Arbeit von Menschen übernimmt, warum sollten Unternehmen dann noch für menschliche Software-Lizenzen bezahlen?

ServiceNow wird zum prominenten Opfer einer branchenweiten Neubewertung. Das klassische Software-as-a-Service-Modell wackelt. Die Logik ist brutal einfach. Ein Nutzer mit KI-Agenten erledigt heute die Arbeit von fünf klassischen Angestellten. Die Folge: Das Preismodell pro Arbeitsplatz kollabiert. Dieses Modell trug die Software-Branche zwei Jahrzehnte lang. Für ein Unternehmen wie ServiceNow ist diese Sorge existenziell. Zumindest in der Theorie.

Die KI-Kontrollzentrale

Das Management steuert dagegen. Auf dem Analystentag im Mai 2026 präsentierte ServiceNow eine weitreichende Vision. Der Konzern positioniert sich nicht mehr nur als Automatisierer mit KI-Funktionen. ServiceNow will die Kontrollzentrale für den geschäftlichen Wandel sein. Eine Plattform steuert künftig jeden KI-Agenten und jede Aktion im gesamten Unternehmen.

Die strategische Logik leuchtet ein. KI-Agenten breiten sich in jedem Unternehmen aus. Jemand muss sie überwachen. Ein KI-Agent löst Probleme ohne menschliche Prüfung. Vertrauenswürdig wird er aber erst durch eine starke Plattform. Diese Plattform erzwingt Zugriffsrechte und führt Prüfprotokolle. Analysten sind deshalb überzeugt. ServiceNow wird nicht von KI verdrängt. Das Unternehmen liefert die zwingend notwendige Infrastruktur für diese Agenten.

Ein konkretes Signal stützt diese These. 70 Prozent der KI-Kunden nutzen das neue Angebot „NOW Assist“ bereits aktiv.

Neues Preismodell

Das Management passt das Modell spürbar an. ServiceNow verabschiedet sich schrittweise vom klassischen Arbeitsplatz-Tarif. Kunden bezahlen KI-Produkte nun nach dem tatsächlichen Verbrauch von Tokens.

Die Wette lautet wie folgt. Die verbrauchsabhängigen Einnahmen durch KI-Aktivitäten wachsen schneller, als die klassische Basis schrumpft. Die Zahlen stützen das. Im laufenden Quartal erwartet der Konzern Abo-Umsätze von rund 3,8 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr peilt das Management knapp 15,8 Milliarden US-Dollar an. Das entspricht einem Wachstum von rund 22 Prozent. Das operative Geschäft läuft also weiter. Nur die Bereitschaft des Marktes für hohe Bewertungen schwindet.

Die Lücke in der Bewertung

Diese Lücke zwischen operativer Realität und Marktstimmung fällt auf. Bei einem aktuellen Kurs von 83,58 Euro bringt der Konzern gut 91 Milliarden Euro auf die Waage. Auf Sicht von 30 Tagen verlor das Papier knapp sechs Prozent.

Analysten sehen das durchschnittliche Kursziel bei 123,92 Euro. Das verspricht ein Aufwärtspotenzial von 48 Prozent. Entweder sind die Experten systematisch zu optimistisch. Oder der Markt übertreibt beim Abgesang auf das Software-Modell.

Die hohe annualisierte Schwankungsbreite von fast 79 Prozent spricht Bände. Die Aktie sucht ihr neues Gleichgewicht. Hohe Zinsen verstärken diese Unsicherheit bei wachstumsstarken Software-Werten zusätzlich.

Die Situation bleibt komplex. Beide Narrative können gleichzeitig stimmen. Das Modell pro Arbeitsplatz steht unter Druck. Aber ServiceNow kann die KI-Welle durch seine Kontroll-Plattform wohl besser zu Geld machen als viele Konkurrenten. Bis 2030 will das Unternehmen 30 Milliarden US-Dollar an Abo-Umsätzen erreichen. Knapp ein Drittel davon soll dann aus dem KI-Angebot Now Assist stammen. Der Markt darf unsicher sein. Auf dem aktuellen Niveau preisen Investoren jedoch viel Scheitern ein. Bislang liefert das Unternehmen aber vor allem starke Ergebnisse.

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Diskussion zu ServiceNow

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.