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ServiceNow Aktie: 7,75-Milliarden-Übernahme von Armis

Trotz starkem Abo-Wachstum und angehobener Prognose fällt die ServiceNow-Aktie. Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Abo-Umsätze steigen um 22 Prozent
  • Milliarden-Übernahme von Armis geplant
  • Kursverlust trotz operativer Rekorde
  • Analysten raten mehrheitlich zum Kauf

Starke Nachfrage, schwache Kurse. Bei ServiceNow klaffen operative Realität und Börsenstimmung extrem auseinander. Der Softwarekonzern übertrifft seine eigenen Prognosen deutlich. Die Aktie fällt trotzdem weiter.

Kursverfall und KI-Sorgen

Am Freitag schloss das Papier leicht im Plus. Auf Sicht von 30 Tagen summiert sich der Verlust auf knapp fünf Prozent. Die annualisierte Volatilität liegt bei extremen 78 Prozent.

Das Problem liegt im Geschäftsmodell. Investoren bewerten klassische Software-as-a-Service-Anbieter derzeit massiv neu. Sie fürchten den Siegeszug KI-nativer Lösungen. Der „Columbia Global Technology Growth Fund“ bezeichnete ServiceNow im ersten Quartal als prominentes Opfer. In diesem Zeitraum brach der Kurs um über 30 Prozent ein.

Auch Hedgefonds ziehen sich zurück. Ende März hielten noch 108 Portfolios die Aktie. Ein Quartal zuvor waren es noch 118.

Milliarden-Übernahme drückt Marge

Dabei glänzt das operative Geschäft. Im ersten Quartal stiegen die Abo-Umsätze um 22 Prozent auf 3,67 Milliarden Dollar. Das Management hob daraufhin die Jahresprognose an.

Ein wichtiger Faktor für das Wachstum ist die geplante Übernahme von Armis. ServiceNow kauft den Spezialisten für Cybersicherheit für 7,75 Milliarden Dollar in bar. Der Deal soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 über die Bühne gehen.

Das bringt zusätzliche Einnahmen. Die Integration belastet allerdings kurzfristig die Profitabilität. Auch der freie Cashflow gerät unter Druck.

Großkunden bleiben treu

Zusätzlich bremst die Geopolitik. Verzögerte Vertragsabschlüsse im Nahen Osten kosteten im ersten Quartal rund 75 Basispunkte beim Wachstum. Das Management rechnet für den Rest des Jahres mit weiteren zeitlichen Verschiebungen.

Die Nachfrage der Großkunden bleibt intakt. ServiceNow verbuchte zuletzt 16 neue Verträge mit einem Volumen von mehreren Millionen Dollar. Das entspricht einem Plus von fast 80 Prozent zum Vorjahr.

Die Kundenbasis ist extrem loyal. Die Erneuerungsrate liegt seit sechs Quartalen stabil bei 97 Prozent.

Analysten bleiben optimistisch

Die Wall Street hält dem Konzern mehrheitlich die Treue. Analyst Yi Fu Lee von Benchmark hob sein Kursziel kürzlich auf 130 Dollar an. Er bestätigte parallel seine Kaufempfehlung.

Insgesamt raten 90 Prozent der Analysten zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel sank in den vergangenen drei Monaten dennoch um gut 23 Prozent. Dies spiegelt die allgemeine Branchenschwäche wider.

Am 29. Juli 2026 präsentiert ServiceNow die Zahlen für das zweite Quartal. Dann muss das Management beweisen, dass die angehobene Jahresprognose hält. Die Integration von Armis und die Branchenskepsis bilden dabei die größten Hürden.

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Diskussion zu ServiceNow

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.