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ServiceNow Aktie: 7,75-Milliarden-Deal belastet

ServiceNow präsentiert Q2-Zahlen unter Druck: Analysten erwarten solides Wachstum, aber die Marge bleibt angesichts der Armis-Übernahme ein kritischer Punkt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzerwartung bei 3,92 Milliarden Dollar
  • Margendruck durch Armis-Übernahme
  • Aktie mit 47 Prozent Jahresverlust
  • Institutionelle Anleger reduzieren Bestände

ServiceNow öffnet an diesem Mittwochabend die Bücher für das zweite Quartal 2026. Der Softwarekonzern hat seine Investoren für 17:00 Uhr US-Ostküstenzeit zu einer Telefonkonferenz eingeladen, die per Webcast übertragen wird. Nach einem schwierigen Börsenjahr richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf eine Frage: Kann das Unternehmen Wachstum und Marge gleichzeitig liefern?

Konsens erwartet solides Wachstum, Marge bleibt Streitpunkt

Analysten rechnen für das zweite Quartal mit einem Umsatz von rund 3,92 Milliarden US-Dollar und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,86 US-Dollar. Beim aktuellen Auftragsbestand (cRPO) gehen die Schätzungen von einem Wachstum um 19,5 Prozent auf Basis konstanter Wechselkurse aus – nach 22,5 Prozent im ersten Quartal. Im vorangegangenen Berichtsquartal hatte ServiceNow noch 3,77 Milliarden US-Dollar Umsatz bei einem Plus von 22 Prozent gemeldet, der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,97 US-Dollar. Damals zählte das Unternehmen 630 Kunden mit einem jährlichen Vertragswert über 5 Millionen US-Dollar.

Im Zentrum der Debatte steht die Profitabilität. Für das zweite Quartal hat ServiceNow eine operative Marge von 26,5 Prozent in Aussicht gestellt, deutlich unter den 32 Prozent aus dem ersten Quartal. Als Belastungsfaktor gilt die milliardenschwere Übernahme des Cybersecurity-Anbieters Armis für 7,75 Milliarden US-Dollar, die auf die Margenstruktur drückt. Der Analysedienst ainvest bringt es auf den Punkt: Die Kernfrage laute, ob der Preis-Mix den Margendruck kompensieren kann. Die Erneuerungsrate der Kunden lag zuletzt bei 97 Prozent, der Auftragsbestand (RPO) bei 27,7 Milliarden US-Dollar.

Jefferies zeigt sich optimistischer und erwartet, dass sowohl der Abo-Umsatz als auch der cRPO über der eigenen Unternehmensprognose liegen werden. Die operative Marge könnte den Analysten zufolge rund zwei Prozentpunkte über Plan ausfallen, was ServiceNow zu einer Anhebung der Jahresprognose bewegen könnte. Belastet wurde der gesamte Softwaresektor zuletzt von einer Gewinnwarnung von IBM Mitte Juli, die auf die Stimmung gegenüber Enterprise-Software-Werten insgesamt drückte.

Aktie unter Druck, institutionelle Anleger reduzieren Position

Die ServiceNow-Aktie hat auf US-Handelsplätzen ein schwieriges Jahr hinter sich: Nach den Erstquartalszahlen war sie um 17,75 Prozent eingebrochen, auf Zwölfmonatssicht steht laut ainvest ein Minus von 47 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 210,20 US-Dollar ist das Papier damit weit entfernt. Der Analystenkonsens bewertet den Titel aktuell mit „Moderate Buy“ und einem Kursziel von 139,12 US-Dollar.

Auch institutionelle Investoren haben ihr Engagement zurückgefahren: Der Staatsfonds Temasek Holdings reduzierte seinen ServiceNow-Bestand im ersten Quartal 2026 um 48,3 Prozent und verkaufte dabei 320.150 Aktien. Verblieben sind rund 342.230 Anteile im Wert von etwa 35,8 Millionen US-Dollar. Der Rückzug fällt in eine Phase, in der der Forward-KGV des Unternehmens bei rund 22,6 liegt – ein Bewertungsniveau, das angesichts der Wachstumsraten für manche Beobachter eher moderat erscheint. Seeking Alpha zählte ServiceNow in seiner „Undercovered Dozen“-Reihe jüngst zu den Werten mit Turnaround-Potenzial in einem großen Zielmarkt.

Kursbild an europäischen Handelsplätzen

An deutschen Handelsplätzen notiert die ServiceNow-Aktie zuletzt bei 89,50 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht dagegen ein Plus von 9,92 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass sich das Papier von seinen Tiefs zuletzt etwas erholt hat, bevor es in den vergangenen sieben Handelstagen mit einem Minus von 2,06 Prozent wieder etwas nachgab. Die annualisierte Volatilität von knapp 52,6 Prozent auf Monatssicht unterstreicht, wie nervös der Handel rund um den Zahlentermin bleibt. Bei einem RSI von 47,5 zeigt sich der Titel weder überkauft noch überverkauft, die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf 93,27 Milliarden Euro.

Der Abend dürfte zeigen, ob ServiceNow den Spagat zwischen Wachstum und Marge schafft – und ob eine mögliche Anhebung der Jahresprognose reicht, um die skeptische Stimmung im breiteren Softwaresektor zu drehen.

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Diskussion zu ServiceNow

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.