Der Kurs von ServiceNow erlebte am Donnerstag eine kräftige Erholung. Anleger kehrten zu Enterprise-Software-Aktien zurück — ausgelöst durch einen überraschend starken Quartalsbericht von Snowflake.
Die Aktie legte rund 6,5 Prozent zu und notierte zuletzt bei 108,73 US-Dollar. Das Handelsvolumen erreichte mit knapp 40 Millionen Aktien fast das Vierfache des üblichen Tageswertes.
Snowflake sorgt für Stimmungswandel
Der Auslöser kam von einem anderen Unternehmen. Snowflake hob nach starken Quartalszahlen die Jahresprognose an und verkündete eine milliardenschwere Cloud-Partnerschaft mit Amazon Web Services.
Die Aktie des Datenplattform-Betreibers schoss daraufhin um mehr als 33 Prozent nach oben. An der Börse wurde dies als Signal gewertet: Unternehmen investieren weiter in KI-basierte Software-Lösungen, die auf bestehender Infrastruktur aufsetzen.
Diese Interpretation erfasste den gesamten Sektor. Auch ServiceNow profitierte von der positiven Stimmung, obwohl das Unternehmen selbst keine neuen Nachrichten veröffentlicht hatte.
KI-Monetarisierung als Lackmustest
Für ServiceNow war das Kursplus eine willkommene Verschnaufpause. In den Wochen zuvor hatten Sorgen belastet, dass autonome KI traditionelle Software-Abonnements überflüssig machen könnte.
Das Unternehmen hat seine KI-Strategie klar definiert. Auf der hauseigenen Messe Knowledge 2026 präsentierte ServiceNow den AI Control Tower — eine Plattform zur Steuerung von KI-Systemen, Workflows und Sicherheitsfunktionen über verschiedene Umgebungen hinweg.
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Die finanziellen Ziele sind ambitioniert. Bis 2030 peilt ServiceNow einen Abonnementumsatz von mehr als 30 Milliarden US-Dollar an. Mindestens 30 Prozent des jährlichen Vertragsvolumens sollen auf KI-Produkte entfallen.
Q1-Zahlen liefern die Basis
Die jüngsten Geschäftszahlen untermauern die Geschichte. Im ersten Quartal stiegen die Abonnementerlöse auf 3,671 Milliarden Dollar — ein Plus von 22 Prozent zum Vorjahr.
Noch wichtiger: Die kurzfristigen Vertragsverpflichtungen (cRPO) legten auf 12,64 Milliarden Dollar zu, plus 22,5 Prozent. Sie gelten als zuverlässiger Indikator für das künftige Wachstum.
Für das Gesamtjahr 2026 hebt ServiceNow die Prognose an: 15,735 bis 15,775 Milliarden Dollar Abonnementumsatz, ein erwartetes Plus von bis zu 22,5 Prozent.
Vom Sentiment zum Test
Die jüngste Rallye ist zunächst ein Stimmungsgewinn. Ob die Kursgewinne halten, entscheiden die nächsten Quartalsberichte.
Der entscheidende Maßstab: Zeigen die eigenen Vertragsabschlüsse, dass KI-Kunden tatsächlich mehr auf die Plattform bringen? Oder verändert die Technologie nur das Wettbewerbsumfeld, ohne neues Wachstum zu liefern? Die ServiceNow-Zahlen aus dem zweiten Halbjahr werden darauf eine erste Antwort geben.
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