Der Aktienkurs fällt, aber die Großinvestoren kaufen massiv ein. Bei ServiceNow klaffen Marktstimmung und institutionelles Handeln derzeit weit auseinander. Während Privatanleger nach einer schwachen Börsenwoche Gewinne mitnehmen, stocken namhafte Vermögensverwalter ihre Positionen drastisch auf.
Royal London Asset Management erhöhte seinen Anteil um fast 400 Prozent auf knapp 850.000 Papiere. Aviva baute seine Position parallel dazu um über 500 Prozent aus.
Der Versicherer hält nun mehr als eine Million Aktien im Wert von rund 159 Millionen US-Dollar. Auch Milford Funds und Columbus Hill Capital Management griffen in den vergangenen Tagen kräftig zu.
KI-Ziele treiben den Optimismus
Ein zentraler Auslöser für das Kaufinteresse sind die angehobenen internen Wachstumsziele. Das Management erwartet für das Geschäftsjahr 2026 nun einen KI-spezifischen Umsatz von 1,5 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 50 Prozent gegenüber der bisherigen Prognose. Ein massiver Sprung.
Die Kunden nehmen die neue Software-Suite offenbar hervorragend an. Im ersten Quartal stieg die Zahl der Verträge mit mindestens drei KI-Produkten um fast 70 Prozent. Analysten von Oppenheimer sehen diese margenstarken Dienste als entscheidenden Treiber für das zweite Halbjahr.
Hohe Schwankungen prägen das Bild
An der Börse spiegelt sich dieser Optimismus kurzfristig nicht wider. Die Aktie beendete die Handelswoche am Freitag bei 88,56 Euro. Auf Wochensicht steht ein deutliches Minus von 9,30 Prozent auf der Anzeigetafel. Branchenweite Umschichtungen und Sorgen über Sicherheitslücken belasteten den Kurs.
Dennoch bleibt die Monatsbilanz mit einem Plus von rund 19 Prozent stark. Der Relative-Stärke-Index liegt bei 46,5 Punkten. Damit hat das Papier den überkauften Bereich verlassen und notiert wieder im neutralen Terrain. Die annualisierte Volatilität bleibt mit gut 79 Prozent hoch.
Analysten bewerten die Lage derzeit unterschiedlich. Die UBS stuft das Papier mit einem Kursziel von 100 US-Dollar auf „Neutral“ ein. Die Experten verweisen auf mögliche Störungen durch neue KI-Technologien. Oppenheimer rät hingegen weiterhin zum Kauf und sieht das Ziel bei 130 US-Dollar.
Im zweiten Halbjahr rückt nun die erweiterte Partnerschaft mit IBM in den Fokus. Gemeinsam wollen die Konzerne veraltete Unternehmenssysteme modernisieren. Gelingt die Umsetzung der neuen KI-Strategie, bietet das aktuelle Kursniveau den skizzierten Spielraum nach oben.
