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ServiceNow: 50% neues Geschäft ohne Seat-Modell

ServiceNow übertrifft die Erwartungen im ersten Quartal, dennoch fällt der Aktienkurs. Geopolitische Unsicherheiten und eine verlangsamte Auftragsdynamik belasten die Stimmung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatz steigt um 22 Prozent
  • KI-Partnerschaft mit Google Cloud
  • Armis-Übernahme belastet Margen
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief

45 Prozent Kursverlust seit Jahresbeginn — und das bei einem Unternehmen, das gerade Quartalszahlen über den Erwartungen geliefert hat. Bei ServiceNow klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander.

Solide Zahlen, nervöse Märkte

Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2026 um 22 Prozent auf 3,77 Milliarden Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 3,74 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,97 Dollar knapp über den erwarteten 0,96 Dollar. Das Subscription-Geschäft wuchs ebenfalls um 22 Prozent auf 3,67 Milliarden Dollar.

Trotzdem reagierten Anleger negativ. Der Auslöser: Die aktuellen verbleibenden Leistungsverpflichtungen (cRPO) stiegen zwar um 21 Prozent auf 12,45 Milliarden Dollar — das Wachstumstempo verlangsamte sich jedoch gegenüber dem Vorquartal leicht. Analysten machten geopolitische Spannungen im Nahen Osten mitverantwortlich, die Vertragsabschlüsse verzögert und das Wachstum um rund 0,75 Prozentpunkte gedämpft hätten.

KI als Wachstumsmotor

Parallel zum Quartalsbericht verkündete ServiceNow eine erweiterte Partnerschaft mit Google Cloud. Gemeinsam wollen beide Unternehmen autonome KI-Agenten für Unternehmensabläufe entwickeln — zunächst mit Fokus auf 5G-Netzbetreiber und den Einzelhandel. Googles Gemini-Modelle sollen dabei mit ServiceNows KI-Plattform kombiniert werden, um branchenspezifische Workflows zu automatisieren. Der Logistikdienstleister TridentCare nutzt die integrierten Fähigkeiten bereits.

Das Interesse an KI-Produkten wächst intern schnell: Die Zahl der Kunden, die mehr als eine Million Dollar für KI-Lösungen ausgeben, stieg um 130 Prozent im Jahresvergleich. Das interne Umsatzziel für KI-Produkte hob das Management für 2026 auf 1,5 Milliarden Dollar an. Bemerkenswert: Bereits die Hälfte aller Neuabschlüsse im ersten Quartal basiert auf verbrauchsabhängigen Preismodellen statt klassischer Seat-Lizenzierung.

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Armis-Übernahme belastet Margen

Abgeschlossen wurde indes die 7,75 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Cybersicherheitsunternehmens Armis. Kurzfristig drückt die Integration auf die Profitabilität: Die Bruttomarge soll um 25 Basispunkte sinken, die Free-Cashflow-Marge um 200 Basispunkte.

Für das Gesamtjahr 2026 hob ServiceNow die Subscription-Umsatzprognose auf 15,735 bis 15,775 Milliarden Dollar an — ein Wachstum von 22 bis 22,5 Prozent. Für das zweite Quartal erwartet das Management ein Subscription-Wachstum von 22,5 Prozent.

Während die Aktie nahe ihrem 52-Wochen-Tief bei rund 90 Dollar notiert und das Forward-KGV auf etwa 20 gefallen ist, sehen manche Analysten den fairen Wert deutlich höher. Das gestiegene Short-Interesse — zuletzt rund 39 Millionen Aktien, ein Anstieg von 30 Prozent — zeigt jedoch, dass nicht alle Marktteilnehmer dieser Einschätzung folgen. Ob die Jahresziele das Vertrauen zurückbringen, dürfte sich spätestens mit den Q2-Zahlen zeigen — erwartet für den Sommer 2026.

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Diskussion zu ServiceNow

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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