Die Aktie von Sellas Life Sciences steht im Spannungsfeld zwischen präklinischen Forschungsfortschritten und Ungewissheit über das wichtigste klinische Entwicklungsprogramm. Während im Labor neue Befunde zu frühen Wirkstoffkandidaten vorliegen, bleibt der zeitliche Fortgang bei der entscheidenden Zulassungsstudie der maßgebliche Faktor für die künftige Ausrichtung des Unternehmens. Am Markt notieren die Papiere bei 10,15 Euro.
Verzögerung bei der Phase-3-Studie REGAL
Im Zentrum des Interesses steht das Leitprogramm Galinpepimut-S, das zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie entwickelt wird. STAT News thematisierte die verzögerte Fertigstellung der klinischen Phase-3-Studie REGAL. Der Bericht spiegelte die Einschätzung des Autors zu den Erfolgsaussichten der Studie wider und stellte kein Unternehmensergebnis sowie keine behördliche Entscheidung dar.
Für das Unternehmen wiegt der zeitliche Faktor bei der Auswertung schwer. Galinpepimut-S bildet den Kern der späten klinischen Pipeline, sodass jede Verzögerung im Prüfablauf die Erwartungen an eine mögliche spätere Marktreife dämpft.
Frühe Laborbefunde für Wirkstoffkandidat SLS009
Parallel dazu präsentierte Sellas Life Sciences am Freitag präklinische Daten zu seinem Entwicklungskandidaten SLS009, auch bekannt als Tambiciclib. In aus Patienten stammenden Organoidmodellen von Bauchspeicheldrüsenkrebs zeigte der Wirkstoff Aktivität. Dies betraf unter anderem ein Modell mit MYC-Amplifikation, das gegen Daraxonrasib resistent war.
Zudem wurden Kombinationseffekte mit Daraxonrasib und dem BET-Inhibitor ZEN3694 festgestellt. Sellas Life Sciences betonte ausdrücklich, dass es sich hierbei um biologische Labordaten und nicht um klinische Behandlungsergebnisse an Patienten handelt. Die Vorstellung erfolgte im Rahmen der AACR-Konferenz zu Bauchspeicheldrüsenkrebs in San Diego.
Juristische Voruntersuchung und operativer Rahmen
Neben den wissenschaftlichen Meldungen kündigte die Kanzlei Pomerantz LLP am 17. September eine Untersuchung an. Geprüft wird im Namen von Sellas-Investoren, ob das Unternehmen oder bestimmte Vorstände und Direktoren Wertpapierbetrug oder andere ungesetzliche Geschäftspraktiken begangen haben könnten. Die Ankündigung bedeutet keine Feststellung eines Fehlverhaltens.
Ebenfalls zur Gemengelage gehört der Abschluss eines Schiedsverfahrens über Zahlungen, der vor über einem Monat gemeldet wurde. Seither büßte die Aktie 10,2 Prozent ein. Vor über einem Monat startete zudem eine neue pädiatrische Leukämie-Studie, während institutionelle Investoren vor über einem Monat Positionen aufbauten.
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