Die klinische Phase-3-Studie REGAL, die den Hauptwirkstoff Galinpepimut-S (GPS) bei Patienten mit Akuter Myeloischer Leukämie (AML) untersucht, nähert sich ihrem Abschluss. Aktuellen Berichten zufolge wurden bereits 78 der insgesamt 80 für die Studie erforderlichen Ereignisse erreicht. Dies deutet darauf hin, dass die finale Analyse der Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit des Präparats in greifbare Nähe gerückt ist.
Fortschritte in der REGAL-Studie für AML-Patienten
Die REGAL-Studie konzentriert sich auf AML-Patienten, die sich in einer zweiten kompletten Remission befinden. Galinpepimut-S soll dabei helfen, das Rückfallrisiko zu senken und die Überlebenszeit zu verlängern. Laut AInvest könnte ein Erfolg der Studie die mediane Gesamtüberlebenszeit (Overall Survival) der behandelten Patienten auf 12,6 Monate anheben. Im direkten Vergleich dazu liegt der aktuelle Standardwert bei einer herkömmlichen Therapie bei lediglich rund 8 Monaten.
Diese signifikante Differenz in der Überlebensrate unterstreicht das medizinische Potenzial des Wirkstoffs. Der Markt reagierte entsprechend dynamisch auf die Fortschritte: Die Aktie verzeichnete am Freitag ein deutliches Plus von 11,65 Prozent. Damit setzt sich ein starker Aufwärtstrend fort, der dem Papier seit Jahresanfang eine Wertsteigerung von insgesamt 300,00 Prozent bescherte.
Pipeline-Erweiterung durch SLS009 und strategische Impulse
Parallel zur REGAL-Studie treibt das Unternehmen die Entwicklung von SLS009 voran. Für diesen Wirkstoff liegen vielversprechende präklinische Daten vor, die eine hohe Aktivität in AML-Modellen belegen. Dies betrifft insbesondere Patienten mit Hochrisikomutationen wie ASXL1 und TP53. Der erste Teilnehmer für eine Phase-2-Studie bei neu diagnostizierten AML-Patienten wurde bereits aufgenommen. Topline-Ergebnisse dieser Untersuchung werden für das vierte Quartal 2026 erwartet.
Neben der klinischen Arbeit engagiert sich das Unternehmen auch auf politischer Ebene im Sektor der Biotechnologie. CEO Angelos Stergiou beteiligte sich an Diskussionen über den EU Biotech Act im Europäischen Parlament. Diese Gespräche könnten künftige Zulassungsverfahren und regulatorische Rahmenbedingungen in Europa maßgeblich beeinflussen und Sellas Life Sciences eine stärkere Position im internationalen Wettbewerb verschaffen.
Analystenprognosen und Marktreaktion
Analysten bewerten die Aussichten des Biotechnologie-Unternehmens derzeit überwiegend positiv. Das Konsensus-Rating lautet auf „Kaufen“, wobei ein durchschnittliches Kursziel von 27,50 US-Dollar ausgegeben wird. Ein wesentlicher Faktor für die Volatilität des Wertes ist zudem das hohe Leerverkaufsinteresse, das laut Marktbeobachtern zuletzt Rekordstände erreichte. Dies führt bei positiven Nachrichten häufig zu schnellen Kursreaktionen, da Short-Positionen aufgelöst werden müssen.
Trotz der massiven Kursgewinne in den vergangenen Monaten bietet die Aktie aus technischer Sicht noch Spielraum. Aktuell notiert das Papier mit einem Abstand von 24,59 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 15,25 Euro. Das Handelsvolumen lag am Freitag mit 11,3 Millionen Aktien spürbar über dem Durchschnittswert von 9,4 Millionen, was das gesteigerte Interesse der Marktteilnehmer an der bevorstehenden Datenveröffentlichung der REGAL-Studie verdeutlicht.
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