Sellas Life Sciences gerät heute erneut unter Druck. Der STAT-News-Kolumnist Adam Feuerstein äußerte sich am heutigen Donnerstag skeptisch zur Phase-3-Studie REGAL des Unternehmens und rechnet mit einem negativen Ergebnis für galinpepimut-S bei akuter myeloischer Leukämie in zweiter Remission.
Der Abschluss der Studie habe sich nach seiner Einschätzung um fast ein Jahr verzögert, ein konkreter Zeitpunkt für die Ergebnisse sei weiterhin nicht bekannt. Feuerstein betont dabei ausdrücklich, dass es sich um seine persönliche Prognose handle und keine veröffentlichten Daten vorlägen.
Die Aktie reagiert auf die Aussage mit deutlichen Abschlägen. Aktuell notiert das Papier bei 9,78 Euro und verliert im heutigen Handel 4,1 Prozent. Damit setzt sich eine Abwärtsbewegung fort, die den Kurs bereits in den vergangenen sieben Handelstagen um 16 Prozent nach unten gedrückt hat.
Verzögerung nährt Zweifel am Studienausgang
Feuersteins Einschätzung trifft einen Nerv, weil die Verzögerung bei REGAL bereits seit Wochen im Fokus der Anleger steht. Eine Anwaltskanzlei prüft derzeit, ob im Zusammenhang mit der verspäteten Datenveröffentlichung Ansprüche von Aktionären bestehen – ausgelöst durch den 80. Patiententod in der Studie.
Aus Unternehmenssicht war zuletzt von einem Zwischenstand die Rede, wonach 78 von 80 relevanten Ereignissen bereits eingetreten seien und das mediane Gesamtüberleben in der Behandlungsgruppe bei 12,6 Monaten gegenüber 8 Monaten unter Standardtherapie gelegen habe. Diese Zahl stammt jedoch aus einer vorläufigen Einordnung und ist keine bestätigte Endauswertung der Studie.
Genau in dieser Lücke zwischen vorläufigen Signalen und ausstehender finaler Auswertung setzt Feuersteins Kommentar an. Ohne veröffentlichte Daten bleibt offen, ob sich der zuvor kommunizierte Überlebensvorteil in der finalen Analyse bestätigt.
Für ein Unternehmen ohne Umsatzerlöse und mit einem Nettoverlust von rund 32,5 Millionen US-Dollar hängt an dieser Studie viel: Ein negatives Ergebnis würde die zentrale Wachstumsstory des Unternehmens empfindlich treffen.
Bewertung bleibt ambitioniert
Die Marktbewertung von Sellas spiegelt bislang eher Zuversicht als Skepsis. Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn um 245 Prozent verteuert, getragen von der Hoffnung auf einen positiven REGAL-Ausgang und begleitenden Nachrichten wie institutionellen Zukäufen.
Das Kurs-Buchwert-Verhältnis lag zuletzt bei 17,1x und damit deutlich über dem Durchschnitt des Biotech-Sektors von 2,2x – ein Bewertungsaufschlag, der nur mit einem erfolgreichen Studienausgang zu rechtfertigen wäre.
Vor diesem Hintergrund wirkt die heutige Kursreaktion nachvollziehbar: Anleger preisen das Risiko eines enttäuschenden REGAL-Ergebnisses zunehmend ein. Solange das Unternehmen selbst keinen konkreten Termin für die finalen Daten nennt, dürfte die Volatilität der Aktie hoch bleiben.
Feuersteins Prognose ist zwar nicht mit Studiendaten unterlegt, doch sie verstärkt die Unsicherheit in einem Umfeld, das ohnehin schon von der laufenden anwaltlichen Prüfung möglicher Ansprüche geprägt ist.
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