Sellas Life Sciences steht unmittelbar vor dem wichtigsten Moment seiner Firmengeschichte. Nur noch zwei Todesfälle trennen die Phase-3-Studie REGAL von der entscheidenden statistischen Auswertung. Anleger reagierten am Freitag dennoch mit deutlichen Verkäufen.
Trigger für die Datenanalyse
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht der Wirkstoff Galinpepimut-S zur Behandlung von Akuter Myeloischer Leukämie. Das statistische Modell der klinischen Prüfung verlangt genau 80 Ereignisse, um die Analyse des Gesamtüberlebens zu starten. Derzeit fehlen laut Berichten nur noch zwei dieser Ereignisse. Firmenchef Angelos Stergiou hat das Management bereits in eine Schweigephase versetzt. Diese dient dazu, die Datenbank für die finale Auswertung vorzubereiten.
Zweifel am Zeitplan
Der Kursrückgang von über acht Prozent am Freitag spiegelt wachsende Skepsis wider. Marktbeobachter bezweifeln, dass die Ergebnisse bereits im Hochsommer vorliegen werden. Kritiker halten eine Veröffentlichung erst im Dezember für realistisch. Diese zeitliche Unsicherheit belastet die Stimmung, obwohl das Unternehmen kurz vor dem größten Katalysator seiner Geschichte steht.
Höhere Hürden durch neue Daten
Zusätzlichen Druck erzeugt eine aktuelle Studie des MD Anderson Cancer Center. Diese liefert neue Überlebens-Benchmarks für Patienten in der ersten Remission. Analysten prüfen nun genau, ob moderne Standardtherapien das Überleben der Kontrollgruppe signifikant verlängert haben. In diesem Fall würde die statistische Hürde für den Sellas-Wirkstoff massiv ansteigen.
Trotz des aktuellen Rücksetzers auf 10,15 Euro bleibt die Aktie mit einem Plus von über 550 Prozent auf Jahressicht ein Top-Performer. In den kommenden Wochen wird die offizielle Meldung zum 80. Ereignis erwartet. Erst danach beginnt die Entblindung der Daten, die über die Zulassungsfähigkeit entscheiden wird.
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