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Seatrium Aktie: Petrobras-Abhängigkeit?

Ein Vertrag über mehr als S$200 Mio. ergänzt Seatriums Geschäft in Südamerika; Brasilien und Petrobras prägen weiterhin die Umsatzbasis.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Brasilien steuert über US$5 Mrd. Umsatz bei
  • Petrobras ist bei fast 90 Prozent der Projekte Endkunde
  • SBM vergab Auftrag über mehr als S$200 Mio.
  • Lateinamerika-Chancen von rund US$12 Mrd. geschätzt

Brasilien steht für rund 60% des weltweiten Umsatzes von Seatrium. Das berichtete VEJA am Samstag. Der Markt ist damit ein zentraler Wachstumstreiber, zugleich konzentriert sich ein erheblicher Teil des Geschäfts auf ein Land und einen großen Endkunden. Ein neuer Auftrag von SBM Offshore unterstreicht die Bedeutung Südamerikas.

Für Anleger zählt deshalb nicht allein der weitere Auftragseingang. Entscheidend ist auch, wie breit Seatrium seine Geschäftsbasis ausbauen kann. Die jüngsten Meldungen zeigen sowohl die Stärke der brasilianischen Präsenz als auch die damit verbundene Konzentration.

Brasilien als industrieller Schwerpunkt

Im Jahr 2025 erzielte Seatrium weltweit US$9 Mrd. Umsatz. Davon entfielen über US$5 Mrd. auf Brasilien, wie VEJA berichtet.

Die Verankerung im Land reicht über einzelne Großaufträge hinaus. Seatrium verfügt dort über eine eigene industrielle Basis. Petrobras ist nach dem Bericht Endkunde bei fast 90% der brasilianischen Projekte. Damit hängt die Geschäftsentwicklung in diesem Markt wesentlich an einem Auftraggeber.

Seatrium betreibt in Brasilien drei Werften und beschäftigt dort knapp 12.000 Menschen. Die Investitionen im Land belaufen sich auf rund R$8 Mrd.

Diese Präsenz schafft die Grundlage für weitere Projekte. Für Anleger bleibt allerdings die Unterscheidung zwischen bestehenden Aufträgen und möglichen künftigen Geschäften wichtig: Ein großes Marktpotenzial ist noch kein gesicherter Umsatz.

Neuer Auftrag stärkt Südamerika-Geschäft

Am Freitag erhielt Seatrium von SBM Offshore einen FPSO-Integrationsauftrag über mehr als S$200 Mio. für ein Offshore-Projekt in Südamerika. Der Arbeitsbeginn wird im vierten Quartal 2026 erwartet, der Abschluss ist für 2029 vorgesehen.

Der Auftrag umfasst die Fertigung von Verankerungs- und Steigleitungsstützstrukturen sowie eines Fackelturms. Hinzu kommen Schiffsumbau, Trockendockarbeiten und die Integration von Aufbauten. Seatrium soll außerdem die Inbetriebnahme und Seetests unterstützen. Der genaue Einsatzort und das Schiff wurden nicht genannt.

Die Zusammenarbeit mit SBM Offshore ist etabliert. Beide Unternehmen arbeiteten bereits an mehreren schwimmenden Produktionsanlagen für Guyanas Stabroek-Block. Dazu zählen Liza Destiny, Liza Unity, Prosperity und ONE GUYANA. Der neue Vertrag knüpft damit an bestehende Projektbeziehungen an.

Chancen bleiben von Aufträgen zu unterscheiden

Seatrium schätzt die Geschäftschancen in Lateinamerika für die nächsten zwei Jahre auf rund US$12 Mrd. Weltweit sieht das Unternehmen über die nächsten 24 Monate Möglichkeiten von mehr als US$25 Mrd.

Diese Einschätzungen beschreiben potenzielle Geschäfte, keine bereits vergebenen Verträge. Der SBM-Auftrag liefert dagegen einen konkreten Beleg für weitere Nachfrage. Die Anlagethese verbindet somit zwei Seiten: Seatrium besitzt eine starke Position in einem wichtigen Offshore-Markt. Die hohe Bedeutung Brasiliens und von Petrobras bleibt zugleich ein wesentlicher Konzentrationsfaktor.

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