Seagate liefert ein Quartal der Superlative, und trotzdem gibt die Aktie nach. Im vorbörslichen Handel verlor das Papier gut fünf Prozent auf rund 633 Dollar, nachdem es am Dienstag noch um 3,67 Prozent auf 667,85 Dollar gestiegen war.
Margen auf Rekordniveau
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 stieg der Umsatz um 61 Prozent auf 4,23 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 7,68 Dollar, nach 2,61 Dollar im Vorjahr. Beide Werte übertrafen die Erwartungen der Analysten.
Der eigentliche Hebel sitzt bei der Profitabilität. Die bereinigte Bruttomarge erreichte 57,8 Prozent, die operative Marge 50,7 Prozent. Die Betriebskosten blieben mit rund 300 Millionen Dollar nahezu stabil, was den starken Skaleneffekt erklärt.
Treiber ist das Rechenzentrumsgeschäft mit 81 Prozent des Umsatzes. Cloud-Kunden sorgten das zwölfte Quartal in Folge für Wachstum. Nach Angaben des Managements ist das Angebot an Nearline-Laufwerken für Rechenzentren bis Ende 2028 weitgehend vergeben, einzelne Lieferverträge laufen bis 2030.
Schulden runter, Dividende rauf
Der freie Cashflow lag bei 1,5 Milliarden Dollar. Seagate nutzte ihn für den Schuldenabbau: Die Bruttoverschuldung sank binnen Jahresfrist um 53 Prozent. Nach Quartalsende tilgte das Unternehmen zudem hochverzinsliche Anleihen über 750 Millionen Dollar.
Der Verwaltungsrat hob die Quartalsdividende um rund 3 Prozent auf 0,76 Dollar je Aktie an. Sie wird am 7. Januar 2027 an Aktionäre gezahlt, die am 23. Dezember 2026 im Register stehen. Höhere Aktienrückkäufe stellt das Management ab 2027 in Aussicht.
Technologie und Prognose
Die HAMR-basierte Mozaic-4-Plattform läuft bei zwei großen Cloud-Anbietern an, weitere Freigaben sollen in den kommenden Monaten folgen. Mozaic 5 soll gegen Ende 2027 in die Qualifizierung gehen. CEO Dave Mosley sprach von einer mehrjährigen Wachstumsphase.
Für das zweite Quartal peilt Seagate einen Umsatz von 4,8 Milliarden Dollar an, plus oder minus 100 Millionen. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 9,20 Dollar liegen, mit einer Schwankungsbreite von 20 Cent.
Ein Warnsignal gibt es dennoch: Die Lagerreichweite stieg auf 97 Tage, nach 83 im Vorquartal. Das Management führt das auf Kundenbevorratung und Qualifizierungspläne zurück. Marktbeobachter sehen in der Kursreaktion einen Hinweis, dass nach dem starken Lauf der Aktie vieles eingepreist ist. Die Konzentration auf wenige Hyperscaler bleibt ein Risiko für die hohen Margen.
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