Die Investmentgesellschaft Scottish Mortgage Investment Trust PLC steht verstärkt im Fokus der Marktbeobachter, nachdem die Gewichtung des Raumfahrtunternehmens SpaceX im Portfolio neue Dimensionen erreicht hat. Während der Trust durch massive Aktienrückkäufe versucht, den Abschlag zum Nettoinventarwert (NAV) zu verringern, sorgt die Abhängigkeit von der Wertentwicklung einzelner privater Beteiligungen für Diskussionsstoff unter Analysten.
Rekord-Gewichtung und IPO-Folgen
Laut aktuellen Daten aus dem Factsheet für Juli 2026 macht die Beteiligung an SpaceX inzwischen 25,7 % des insgesamt 15,8 Milliarden Britische Pfund schweren Portfolios aus. Noch im November 2025 lag dieser Anteil bei lediglich 8,2 %. Dieser steile Anstieg ist primär auf die Bewertungssprünge des von Elon Musk geführten Unternehmens zurückzuführen, dessen Marktwert im Vorfeld des Börsengangs von 400 Milliarden US-Dollar auf zuletzt rund 1,9 Billionen US-Dollar taxiert wurde. Manager Tom Slater betrachtet SpaceX als ein „duales Monopol“, das eine dominante Stellung im Markt einnimmt.
Allerdings bringt diese Konzentration auch Herausforderungen mit sich. Nach dem Börsengang unterliegt der Trust einer sechsmonatigen Haltefrist, die erst im August 2026 mit der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse endet. Ab diesem Zeitpunkt dürfen zunächst nur 20 % der Anteile veräußert werden. Die SpaceX-Aktie selbst durchlief zuletzt eine volatile Phase und schloss am 14. Juli 2026 bei 136,08 US-Dollar, was nur knapp über dem Emissionspreis von 135 US-Dollar liegt und einem Rückgang von rund 40 % gegenüber dem Rekordhoch im Juni entspricht. Dennoch bleiben Häuser wie Morgan Stanley mit einem Kursziel von 300 US-Dollar für SpaceX äußerst optimistisch, während MoffettNathanson mit einem Ziel von 131 US-Dollar zur Vorsicht mahnt.
Massive Aktienrückkäufe stützen den Kurs
Um den Shareholder-Value zu steigern, setzt Scottish Mortgage sein umfangreiches Rückkaufprogramm fort. Am 14. Juli 2026 erwarb das Unternehmen weitere 702.066 eigene Stammaktien zu einem Preis von 1.439,17 Pence pro Stück. Diese Papiere werden in den Bestand eigener Aktien (Treasury) übernommen, der damit auf 403.966.089 Stück ansteigt. Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien abzüglich der Treasury-Bestände wird mit 1.080.814.791 angegeben.
In den vergangenen zwei Jahren bis März 2026 hat der Trust insgesamt 3,1 Milliarden Britische Pfund aufgewendet, um etwa 22 % des gesamten Aktienkapitals zurückzukaufen. Diese Strategie zielt darauf ab, den strukturellen Abschlag des Aktienkurses gegenüber dem Nettoinventarwert zu verkleinern. Neben SpaceX hält der Trust bedeutende Positionen in Unternehmen wie MercadoLibre, Nu, Revolut, Stripe, Anthropic sowie den Halbleiterriesen TSMC und Nvidia. Der Anteil privater Beteiligungen liegt mit 20,4 % derzeit innerhalb des selbst gesetzten Limits von 30 %.
Analysten warnen vor Klumpenrisiken
Trotz der positiven Entwicklung seit Jahresbeginn – die Aktie verzeichnet ein Plus von 20,99 % – bleiben Experten skeptisch hinsichtlich der starken Fokussierung. Die Analysten von Canaccord Genuity nahmen die Berichterstattung für Scottish Mortgage am 15. Juli 2026 mit einer Einstufung auf „Hold“ auf. Sie wiesen explizit auf das Klumpenrisiko durch SpaceX hin, das unter Berücksichtigung von Hebeleffekten (Leverage) sogar rund 28 % des Nettovermögens ausmache. Laut Canaccord trug SpaceX im vergangenen Jahr 14,9 % zur absoluten Performance des Trusts bei.
Aktuell notiert das Papier bei 16,80 €, was einem minimalen Tagesverlust von 0,06 % entspricht. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 19,50 €, das am 25. Mai 2026 erreicht wurde, beträgt damit -13,82 %. Gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 11,68 € im November 2025 liegt der Kurs jedoch noch deutlich mit 43,88 % im Plus. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 18,29 Milliarden € und einem 200-Tage-Durchschnitt von 14,73 € zeigt der Wert eine stabile langfristige Tendenz, wenngleich der RSI von 47,6 auf eine neutrale kurzfristige Dynamik hindeutet. Die Aktie handelt derzeit mit einem Abschlag von etwa 6 % bis 7 % zum NAV, was Canaccord Genuity als einen Faktor in ihrer neutralen Bewertung anführt.
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