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Scottish Mortgage: Abstimmung über SpaceX-Engagement

Aktionäre des Fonds Scottish Mortgage stimmen über die künftige Höhe privater Investments wie SpaceX ab. Starke Jahresrendite und Dividendenplus stehen zur Debatte.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Abstimmung über Grenze für Privatinvestments
  • SpaceX als größte Einzelposition im Portfolio
  • Dividende steigt seit 43 Jahren kontinuierlich
  • Fonds übertrifft Vergleichsindex deutlich

Ein einziges privates Investment bestimmt gerade das Schicksal eines der bekanntesten Investmentfonds Großbritanniens. Die Aktionäre des Baillie-Gifford-Fonds Scottish Mortgage stimmen an diesem Donnerstag in Edinburgh über eine der folgenreichsten Fragen der jüngeren Trust-Geschichte ab: Wie viel Spielraum bekommt das Management für Wetten auf nicht börsennotierte Unternehmen wie SpaceX?

Die Aktie notiert am Donnerstag bei 17,27 Euro, ein Plus von 0,94 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Kursgewinn von 7,24 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 24,30 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 19,50 Euro, erreicht am 25. Mai, trennen die Aktie aktuell noch 11,46 Prozent.

SpaceX zwingt den Fonds zum Umdenken

SpaceX ist noch ein privates Unternehmen. Im April 2026 reichte der Raumfahrtkonzern jedoch die Unterlagen für einen Börsengang bei den Aufsichtsbehörden ein. Für bestehende Anteilseigner wie Scottish Mortgage bedeutet das: eine Lock-up-Frist, während der die Anteile nicht verkauft werden dürfen.

Genau diese Position ist mittlerweile der wichtigste Werttreiber im gesamten Portfolio. Die operative Entwicklung von SpaceX war so stark, dass eine deutliche Aufwertung folgte. SpaceX ist dadurch die mit Abstand größte Einzelposition des Trusts geworden.

Das bringt das Management in eine Zwickmühle. Die Fondsregeln erlauben eigentlich nur einen Anteil von maximal 30 Prozent privater Investments am Gesamtportfolio. Bereits am 10. April stimmten die Aktionäre auf einer Sondersitzung einer gezielten Anpassung zu: Liegt das Portfolio über der 30-Prozent-Grenze, darf das Management zusätzlich bis zu 250 Millionen Pfund in private Unternehmen investieren. Der Board bezeichnet das als bewusst moderaten, aber wichtigen Schritt, um bei besonders aussichtsreichen privaten Firmen nicht auf Folgeinvestitionen verzichten zu müssen. Diese Freigabe muss jährlich erneuert werden. Genau darüber stimmen die Aktionäre nun erneut ab.

Dividende steigt, Discount bleibt hartnäckig

Neben der Frage zu privaten Anlagen stehen auch die Dividenden- und Rückkaufpolitik auf der Tagesordnung. Scottish Mortgage bleibt ein AIC-„Dividend Hero“ und hat seine Ausschüttung nun 43 Jahre in Folge erhöht. Die Gesamtdividende für das Jahr steigt um 4,3 Prozent auf 4,57 Pence je Aktie, die Schlussdividende von 2,97 Pence wird am 10. Juli 2026 ausgezahlt.

Schwieriger gestaltet sich die Lage beim Abschlag zum Nettoinventarwert. Trotz umfangreicher Aktienrückkäufe weitete sich der Discount im Jahresverlauf von rund 9,0 Prozent im März 2025 auf etwa 9,5 Prozent im März 2026 aus. Der Board führt das auf einen kräftigen Anstieg des Nettoinventarwerts am letzten Tag des Berichtszeitraums zurück. Ohne diesen Sprung wäre der Abschlag zum Jahresende schmaler ausgefallen. Nach Jahresende zog das Investoreninteresse wieder an, die Aktie handelte zeitweise sogar mit einem leichten Aufschlag.

Die Zahlen hinter der Debatte

Die Abstimmung findet vor dem Hintergrund starker Jahresergebnisse statt. Im Geschäftsjahr bis zum 31. März 2026 erzielte der Nettoinventarwert eine Gesamtrendite von 27,4 Prozent, die Aktie kam auf 26,8 Prozent. Der FTSE All-World Index schaffte im selben Zeitraum lediglich 18,0 Prozent.

Das Management verweist zudem auf die niedrige Kostenstruktur als Unterscheidungsmerkmal. Die laufenden Gebühren liegen bei rund 0,33 Prozent, Performancegebühren fallen keine an. Der Board betont, Aktionäre sollten möglichst viel von der erzielten Rendite selbst behalten.

Mit einem RSI von 56,3 auf 14-Tage-Basis notiert die Aktie weder überkauft noch überverkauft, während der Kurs mit 17,27 Euro leicht über dem 50-Tage-Durchschnitt von 17,03 Euro liegt. Das Ergebnis der Abstimmungen zur privaten Anlagegrenze, zur Dividende und zur Rückkaufermächtigung wird erst nach der Sitzung am Donnerstagnachmittag in einer offiziellen Mitteilung veröffentlicht. Anleger dürften dabei besonders auf Aussagen der Fondsmanager Tom Slater und Lawrence Burns achten – zur Frage, wie der Trust sein wachsendes Engagement in nicht börsennotierten Firmen mit dem anhaltenden Abschlag zum Nettoinventarwert in Einklang bringen will.

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Diskussion zu Scottish Mortgage Investment

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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