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Scottish Mortgage: 5,29-Prozent-Absturz trotz SpaceX-Boom

Trotz SpaceX-Börsengangs fällt der Scottish Mortgage Kurs. Zinsängste und Portfolio-Struktur belasten den Trust vor der Hauptversammlung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • SpaceX-Börsengang verpufft an der Kurstafel
  • Fed-Zinserhöhung treibt Kurse nach unten
  • Private Beteiligungen überschreiten Satzungsgrenze
  • Hauptversammlung entscheidet über Portfolio-Regeln

Der größte Börsengang der Börsengeschichte hätte ein Triumph sein sollen. Für Scottish Mortgage Investment Trust war er keiner — zumindest nicht an der Kurstafel.

SpaceX debütierte am Freitag an der Nasdaq mit einem Eröffnungskurs von 150 Dollar je Aktie. Das entsprach einem Aufschlag von elf Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 135 Dollar. Das Unternehmen sammelte 75 Milliarden Dollar ein und erreichte eine Bewertung von rund 1,77 Billionen Dollar. Für Scottish Mortgage, das SpaceX früh mit 151 Millionen Pfund finanziert hatte, ist diese Beteiligung inzwischen rund 3 Milliarden Pfund wert.

Der Trust schloss den Freitag trotzdem mit einem Minus von 5,29 Prozent bei 16,12 Euro. Auf Wochensicht verlor er 5,70 Prozent.

Zinswende-Angst überschattet alles

Der Auslöser für den Ausverkauf kam aus den USA. Ein unerwartet starker Arbeitsmarktbericht trieb die implizite Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im Dezember 2026 auf über 80 Prozent. Wachstumsorientierte Portfolios mit hohem Anteil an nicht börsennotierten Unternehmen traf das besonders hart.

Scottish Mortgage passt genau in dieses Profil. SpaceX macht nach der Neubewertung inzwischen 21 Prozent des Gesamtportfolios aus — Ende April waren es noch 17,9 Prozent. Der Kurs liegt nun 17,31 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 19,50 Euro vom 25. Mai. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 16,09 Prozent.

Strukturfragen vor der Hauptversammlung

Das SpaceX-IPO liefert nun einen marktvalidierten Referenzpreis für den größten Einzelposten im Portfolio. Das schafft Transparenz — löst aber ein grundsätzliches Problem nicht: Private Beteiligungen machen bereits mehr als 40 Prozent des Portfolios aus, obwohl die Satzung aktuell eine Obergrenze von 30 Prozent vorsieht.

Auf der Hauptversammlung am 2. Juli in Edinburgh will der Vorstand genau diese Grenze anheben. Außerdem steht eine neue Rückkaufermächtigung für bis zu 14,99 Prozent der Aktien zur Abstimmung — allerdings nur unterhalb des Nettoinventarwerts. Das markiert eine klare Kursänderung: Bisher stützte das Management den Kurs aktiver. Künftig greift der Mechanismus nur noch bei echten Abschlägen.

Hinzu kommt eine dünne Dividendendeckung. Die Gesamtausschüttung von 49,6 Millionen Pfund übersteigt den Jahresgewinn von 25,6 Millionen Pfund fast um das Doppelte. Die Dividende steigt dennoch um 4,3 Prozent auf 4,57 Pence je Aktie. Die Schlussdividende von 2,97 Pence zahlt der Trust am 10. Juli aus — und hält damit seine Serie von 43 aufeinanderfolgenden Dividendenerhöhungen aufrecht.

Langfristiger Track Record als Puffer

Trotz der Wochenverluste haben institutionelle Anleger nicht das Weite gesucht. Mitsubishi UFJ Asset Management meldete Anfang Juni, die Drei-Prozent-Schwelle überschritten zu haben und hält nun rund 33,6 Millionen Anteile.

Der langfristige Leistungsausweis gibt dieser Haltung eine Grundlage. Im Geschäftsjahr bis März 2026 stieg der Nettoinventarwert um 27,4 Prozent. Über zehn Jahre legte er um 435,2 Prozent zu — der FTSE All-World kam im gleichen Zeitraum auf 233,9 Prozent.

Der RSI liegt aktuell bei 37,5 und nähert sich damit überverkauftem Terrain. Ob das reicht, um den Kurs vor dem 2. Juli zu stabilisieren, hängt maßgeblich davon ab, wie der Markt die Abstimmungsergebnisse zur Privatbeteiligungs-Obergrenze bewertet — eine Entscheidung, die das Risikoprofil des Trusts dauerhaft verändern dürfte.

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Diskussion zu Scottish Mortgage Investment

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.