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Scottish Mortgage: 250 Millionen für private Beteiligungen

Der Investment Trust stoppt Aktienrückkäufe und emittiert neue Papiere. Der Kurs fällt, während der NAV wieder in den Fokus rückt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktienausgabe aus dem Treasury
  • Kursrückgang um drei Prozent
  • NAV als neuer Bewertungsanker
  • SpaceX-Börsengang als Kurstreiber

Scottish Mortgage macht einen bemerkenswerten Schwenk. Der Investment Trust kaufte zuvor eigene Aktien zurück, gibt nun aber Aktien aus dem Treasury aus. Genau dieser Wechsel trifft auf einen Kurs, der bereits Luft verliert.

Am Freitag fiel die Aktie um 3,02 Prozent auf 17,36 Euro. Seit Jahresanfang bleibt trotzdem ein Plus von 24,98 Prozent stehen.

Der Kurs liegt noch über dem 50-Tage-Durchschnitt von 16,58 Euro. Der RSI von 50,3 signalisiert eine neutrale Lage. Der schnelle Rückzug vom jüngsten Hoch zeigt aber, wie empfindlich die Bewertung geworden ist.

NAV rückt wieder in den Mittelpunkt

Am 4. Juni meldete Scottish Mortgage einen fairen Nettoinventarwert von 1.493,98 Pence je Aktie. Der Wert bezog sich auf den Geschäftsschluss vom 3. Juni. Damit haben Investoren wieder einen klaren Anker für die Bewertung.

Brisant ist der zeitliche Kontext. Am 2. Juni gab der Trust 3,85 Millionen Aktien aus dem Treasury aus. Der Ausgabepreis lag bei 1.545,42 Pence und damit über dem damaligen NAV.

Das war ein Signal starker Nachfrage. Der Kursrückgang danach zeigt aber, dass diese Prämie nicht selbstverständlich ist. Wenn der Markt weniger zahlt, verliert die Ausgabe eigener Aktien schnell ihren Reiz.

Mehr Spielraum für private Beteiligungen

Parallel arbeitet Scottish Mortgage an mehr Flexibilität im Portfolio. Im Jahresbericht vom 1. Juni schlug der Verwaltungsrat eine Änderung der Anlagepolitik vor. Bisher liegt die Grenze für nicht börsennotierte Beteiligungen bei 30 Prozent.

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Der neue Vorschlag erlaubt zusätzliche private Investments von 250 Millionen Pfund. Das soll auch dann gelten, wenn die bisherige Grenze durch Bewertungsänderungen oder Aktienrückkäufe überschritten wird.

Für die Portfoliomanager Tom Slater und Lawrence Burns wäre das ein wichtiger Puffer. Mehrere große private Beteiligungen nähern sich möglichen Liquiditätsereignissen. Der Trust will in dieser Phase nicht durch eine starre Quote ausgebremst werden.

SpaceX bleibt der Kurstreiber

Der wichtigste Hebel bleibt SpaceX. Das Raumfahrtunternehmen ist die größte Einzelposition im Portfolio und steht für mehr als 19 Prozent der gesamten Vermögenswerte. Der Börsengang ist für den 12. Juni 2026 angesetzt.

Die Bewertung von SpaceX liegt zuletzt bei rund 1,25 Billionen Dollar. Eine technische Panne beim Konkurrenten Blue Origin am 28. Mai stärkte zusätzlich den Eindruck, dass SpaceX im Startmarkt eine Sonderstellung hält.

Kein Wunder, dass die Aktie von Scottish Mortgage stärker schwankt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 34,01 Prozent. Der Trust ist damit nicht nur ein Wachstumsvehikel, sondern auch ein indirekter SpaceX-Trade.

Die Hauptversammlung bekommt nun zusätzlich Gewicht. Dort stimmen die Aktionäre über die neuen Regeln für private Beteiligungen ab. Bis zum SpaceX-Börsengang dürfte der Abstand zwischen Kurs und NAV der wichtigste Gradmesser bleiben.

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