Ein Rechenzentren-Boom lässt sich selten so klar in Zahlen ablesen wie an diesem Donnerstag bei Schneider Electric. Der französische Technologiekonzern hebt seine Jahresziele deutlich an — und die Börse honoriert das mit einem der stärksten Kurssprünge der jüngeren Firmengeschichte.
Die Aktie legte zeitweise um 6,9 Prozent auf 274,50 Euro zu. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von mehr als 15 Prozent zu Buche. Auslöser ist eine überraschend kräftige Anhebung der Prognose für 2026.
Neue Ziele deutlich über den alten Erwartungen
Schneider Electric peilt für das laufende Jahr nun ein organisches Umsatzplus von 10 bis 13 Prozent an. Bisher hatte der Konzern lediglich bis zu 10 Prozent in Aussicht gestellt. Noch deutlicher fällt die Korrektur beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebita) aus: Hier soll das organische Wachstum jetzt 14 bis 19 Prozent erreichen — an beiden Enden der Spanne vier Prozentpunkte mehr als zuvor angepeilt.
Getragen wird die Anhebung von einem Geschäft, das inzwischen zum zentralen Wachstumstreiber geworden ist: der Ausrüstung von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. JPMorgan-Analyst Phil Buller verwies auf eine dreistellige Wachstumsdynamik in diesem Segment und eine Margenentwicklung im zweiten Quartal, die über den Erwartungen lag. Das Wachstum sei zudem breit über alle Geschäftsbereiche verteilt gewesen.
RBC-Analyst Mark Fielding ordnete die neue Prognose als moderat ein. Am oberen Ende der Spanne impliziere sie eine mögliche Konsenssteigerung von bis zu fünf Prozent — angesichts der im Ausblick bereits eingepreisten Wachstumsverlangsamung im zweiten Halbjahr wirke das nicht übertrieben ambitioniert.
Halbjahreszahlen liefern die Basis
Die Zahlen für die ersten sechs Monate untermauern den Optimismus. Der Umsatz stieg um 9,8 Prozent auf rund 21,2 Milliarden Euro, organisch sogar um 14 Prozent. Das bereinigte Ebita kletterte nominal um 16,6 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro.
Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von rund 2,5 Milliarden Euro übrig — knapp ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit übertraf das Umsatzwachstum im zweiten Quartal die durchschnittlichen Analystenschätzungen deutlich, was den Kurssprung zusätzlich erklärt.
Für das zweite Halbjahr rechnet der Konzern selbst mit einer gewissen Abschwächung der Wachstumsdynamik. Die angehobene Jahresprognose bleibt aber der maßgebliche Referenzpunkt, an dem sich Schneider Electric in den kommenden Quartalsberichten messen lassen muss.
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