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Symbolbild, KI-generiert

SAP Aktie: Zwei Downgrades nach 11-Prozent-Rallye

UBS und Santander äußern Bewertungsbedenken zur KI-Story, während SAP mit Quartalswachstum, Cloud-Verträgen und regulatorischen Vorteilen überzeugt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • UBS senkt SAP-Einstufung auf Neutral
  • Aktie verliert lediglich 0,4 Prozent
  • Zweites Quartal mit zweistelligem Wachstum
  • Neue Cloud-Verträge stärken operative Perspektive

Zwei Downgrades an einem Tag, und die SAP-Aktie zuckt kaum. Genau das ist für mich die eigentliche Nachricht. UBS stuft SAP von „Buy“ auf „Neutral“ zurück, Santander-Analyst Maximilian Berger sieht KI-Risiken als unterschätzt an – und trotzdem notiert das Papier nur moderat leichter. Der aktuelle Kurs liegt bei 182,86 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent im Tagesverlauf. Das ist kein Ausverkauf, das ist eine Verschnaufpause.

Wer sich die Kursentwicklung der vergangenen Monate ansieht, versteht, warum. SAP hat sich seit dem Frühsommer-Tief spürbar erholt, in den letzten 30 Tagen ging es um 11 Prozent nach oben. Genau diese Rallye ist der Grund, warum UBS jetzt vorsichtiger wird.

Nicht weil sich am Geschäft grundlegend etwas verschlechtert hätte, sondern weil die Bewertung nach dem Lauf schlicht enger geworden ist. Die durchschnittlichen Kursziele der Analysten liegen weiterhin bei rund 200 Euro, deutlich über dem aktuellen Niveau. Das ist eine Herabstufung aus Vorsicht, keine aus Überzeugung, dass SAP scheitert.

Zwei Downgrades, ein gemeinsamer Nenner: der KI-Rollout

Sowohl UBS als auch Santander stellen dieselbe Frage: Trägt die Cloud- und KI-Story von SAP das aktuelle Bewertungsniveau, oder wird hier zu viel Zukunft vorwegvorwegnommen? Das ist eine legitime Frage, und sie verdient eine ehrliche Antwort.

SAP hat im zweiten Quartal 2026 einen Gewinn je Aktie von 1,89 Euro erzielt, nach 1,46 Euro im Vorjahresquartal, bei einem Umsatz von 9,88 Milliarden Euro gegenüber 9,03 Milliarden Euro. Das sind keine Zahlen, die eine KI-Blase beschreiben – das ist solides, zweistelliges Wachstum bei einem europäischen Softwarekonzern, der längst zu den globalen Cloud-Anbietern zählt.

Was mich an der Debatte stört: Sie wird geführt, als wäre SAP ein reines KI-Wett-Unternehmen. Tatsächlich zeigen die operativen Meldungen des Tages ein anderes Bild. Der Harting-Konzern hat einen langfristigen Vertrag für „RISE with SAP“ unterzeichnet und wechselt auf SAP Cloud ERP Private.

Der saudi-arabische Reiseanbieter Almosafer migriert sein ERP-System ebenfalls auf RISE with SAP, unterstützt durch AWS, im Kontext der Vision-2030-Strategie mit angepeilten 150 Millionen Besuchern jährlich. Das sind keine Zukunftsversprechen, das sind unterschriebene Verträge.

Regulatorik als stiller Vorteil

Ein Aspekt wird in der aktuellen Berichterstattung zu selten gewürdigt: SAP hat im Juli 2026 einen Vergleich mit der EU-Kommission erzielt und dabei erleichterte Wechselbedingungen für Kunden zugesichert – und damit eine Geldbuße von bis zu 10 Prozent des globalen Umsatzes vermieden. Jetzt nimmt Brüssel Oracles Lizenzierungspraktiken unter die Lupe.

Für mich ist das ein handfester Wettbewerbsvorteil: Während der US-Rivale sich regulatorischen Fragen stellen muss, hat SAP dieses Kapitel bereits abgeschlossen. Das ist kein Randdetail, sondern strategisch relevant für die Frage, wer im europäischen ERP-Markt künftig die Nase vorn hat.

Auch die Kundenreferenzen häufen sich an diesem Tag auffällig: Cirque du Soleil setzt den KI-Agenten „Genato“ in der Kreditorenbuchhaltung ein und meldet fast 98 Prozent bessere Bearbeitung dringender Anfragen.

Eine IDC-Studie bescheinigt Kunden der SAP Integration Suite einen Return on Investment von 368 Prozent über drei Jahre, mit einer Amortisation nach acht Monaten. Solche Zahlen liefert man nicht, wenn die zugrunde liegende Plattform nicht funktioniert.

Mein Fazit

Die beiden Downgrades sind für mich Ausdruck von Vorsicht nach einer starken Kursbewegung, nicht Ausdruck von Zweifeln am Geschäftsmodell. Die Auftragslage – von Harting über Almosafer bis apetito – spricht für eine Cloud-Transformation, die längst im Alltag der Kunden angekommen ist, nicht nur in Analystenmodellen.

Zugleich mahnt die Volatilität von 43 Prozent auf 30-Tage-Basis zur Vorsicht: Diese Aktie wird kurzfristig weiter schwanken, wenn die KI-Debatte hochkocht. Unterm Strich überwiegen für mich aber die operativen Argumente die Bewertungsbedenken der Analysten – auch wenn die Skepsis nach dem starken Lauf nachvollziehbar bleibt.

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Diskussion zu SAP

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.