28 Prozent Kursverlust seit Jahresbeginn — und das bei einem Unternehmen, dessen Produkte sich nicht verzollen lassen. Der Druck auf SAP kommt nicht direkt aus Washington, sondern aus den Fabrikhallen der Kunden.
Cloud-Software passiert keine Zollgrenze. Das Problem sitzt tiefer: SAPs Kundenstamm ist traditionell stark im produzierenden Gewerbe verankert — genau jene Industrieunternehmen, die durch die US-Importaufschläge unter Druck geraten. Anleger befürchten, dass diese Kernklientel teure Cloud-Migrationen verschiebt und IT-Budgets kürzt.
Der empfindlichste Punkt
Das träfe SAP an einer kritischen Stelle. Der Cloud-Backlog gilt als zentraler Wachstumsindikator — verzögern On-Premises-Kunden ihren Wechsel in die Cloud, bremst das den wichtigsten Treiber der Wachstumsstory.
Charttechnisch spiegelt sich die Skepsis deutlich wider. Die Aktie notiert weit unterhalb ihrer 50-Tage-Linie bei 167 Euro und der 200-Tage-Linie bei 212 Euro. Ende März markierte das Papier mit 142,12 Euro ein neues 12-Monats-Tief. Auch das laufende Aktienrückkaufprogramm über bis zu zehn Milliarden Euro — davon 2,6 Milliarden bis Juli 2026 — konnte den Abwärtstrend bislang nicht stoppen.
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Intern setzt SAP weiter auf Künstliche Intelligenz. Beim Hasso Plattner Founders‘ Award zeichnete der Vorstand zuletzt zwei Technologien aus, darunter „SAP Cognitive Twin Enterprise“, das als digitaler Zwilling ganze Unternehmensstrukturen simulieren soll. In der aktuellen Kursbewertung schlägt sich das nicht nieder.
23. April als erster Stresstest
Am 23. April veröffentlicht SAP die Ergebnisse für das erste Quartal — Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von rund 1,64 Euro. Als eines der ersten großen Softwareunternehmen, das berichtet, gilt der Bericht auch als Stimmungsbarometer für den gesamten Sektor.
Reicht stabiles Cloud-Wachstum aus, um die Sorgen vor einer zollbedingten Investitionszurückhaltung zu entkräften? Die Antwort darauf dürfte den Kurs kurzfristig stärker bewegen als jedes Rückkaufprogramm. Am 5. Mai folgt die Hauptversammlung, auf der über eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 abgestimmt wird — bei Zustimmung erfolgt die Auszahlung drei Tage später.
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