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SAP Aktie: Widerstand gebrochen, Risiken bleiben

SAP überwindet die 160-Euro-Hürde, getrieben von positiven KI-Aussagen durch Nvidia. Analysten mahnen jedoch zur Vorsicht angesichts geopolitischer Risiken.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursanstieg auf rund 166 Euro
  • Nvidia-Chef befeuert KI-Optimismus
  • Charttechnischer Widerstand überwunden
  • Geopolitische Spannungen belasten Gesamtmarkt

Die 160-Euro-Marke galt monatelang als Deckel — heute hat SAP sie durchbrochen. Die Aktie des Walldorfer Softwarekonzerns gehörte am Montag zu den stärksten Werten im DAX und legte zeitweise mehr als sieben Prozent auf rund 166 Euro zu.

Nvidia-Rückenwind aus Taipeh

Der Auslöser kommt aus Fernost. Nvidia-Chef Jensen Huang erklärte auf der Computex-Messe in Taipeh, agentische KI werde Softwareunternehmen nicht verdrängen — sondern deren Wachstum befeuern. „Es ist tatsächlich eine unglaubliche Zeit, um ein Softwareunternehmen zu sein“, sagte Huang. Das reichte, um eine Neubewertung in Gang zu setzen.

Hinter dem Kurssprung steckt ein Perspektivwechsel. Lange sahen viele Investoren KI vor allem als Bedrohung für etablierte Softwareanbieter wie SAP — zu groß schien das Risiko, dass KI-Tools traditionelle SaaS-Modelle disruptieren könnten. Nun setzt sich zunehmend die Lesart durch, dass Unternehmen wie SAP einen erheblichen Teil der KI-Infrastruktur stellen. Starke Quartalszahlen der US-Firmen Okta und Snowflake hatten diese Stimmung in der vergangenen Woche bereits vorbereitet.

Erholung mit einem Haken

Der Ausbruch über 160 Euro ist charttechnisch relevant — diese Marke hatte sich im April wie im Mai als zäher Widerstand erwiesen. Allerdings ist das Bild keineswegs ungetrübt. Seit Jahresbeginn notiert die Aktie noch rund 20 Prozent im Minus und gehört damit weiter zu den schwächsten DAX-Werten des laufenden Jahres. Die 200-Tage-Linie als langfristiger Trendindikator liegt noch ein deutliches Stück entfernt.

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Erschwerend kommt die geopolitische Lage hinzu. Als Meldungen über den Abbruch der Iran-USA-Gespräche und eine erneute Schließung der Straße von Hormus die Runde machten, verpufften die DAX-Gewinne des Tages. SAP blieb im Plus, der Gesamtmarkt rutschte zurück unter 25.000 Punkte.

Strukturelles Wachstum, selektiver Ansatz

Portfoliomanager Ingo Koczwara von Eyb & Wallwitz warnt vor überschnellem Optimismus: Die Marktgewinne konzentrieren sich auf wenige Titel, die Marktbreite ist schmal, und spätzyklische Muster mahnen zur Vorsicht. Sein Rat: nicht allein auf die sichtbarsten KI-Gewinner setzen, sondern prüfen, wie nachhaltig Geschäftsmodelle und Margen tatsächlich tragen.

Für SAP wird das konkret, wenn das Unternehmen im Juli seine nächsten Quartalszahlen vorlegt. Dann muss die Cloud-Wachstumsstory mit harten Zahlen untermauert werden — der Markt hat heute schon mal einen Vorschuss gezahlt.

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