SAP hat Ende April eine strategische Partnerschaft mit S3NS geschlossen — dem von Thales und Google Cloud betriebenen Trusted-Cloud-Anbieter. Das Ziel: regulierten Unternehmen in Frankreich und Europa Cloud-Migration ohne Kompromisse bei der Datensouveränität zu ermöglichen.
RISE with SAP unter französischer Jurisdiktion
Am 27. April 2026 kündigten SAP und S3NS die Zusammenarbeit an. Die SAP RISE Private Cloud Edition soll auf der SecNumCloud-zertifizierten Plattform PREMI3NS von S3NS betrieben werden — mit geplanter kommerzieller Verfügbarkeit in der zweiten Jahreshälfte 2026. Daten werden in Frankreich gespeichert, verarbeitet und verschlüsselt, unter französischer Jurisdiktion, aber mit Zugang zu SAPs vollem KI- und Innovations-Stack.
Für Branchen wie Verteidigung, Gesundheitswesen oder kritische Infrastruktur löst das einen echten Zielkonflikt: Compliance-Anforderungen und technologischer Fortschritt müssen nicht mehr gegeneinander abgewogen werden. Thales fungiert als erster Referenzkunde und transformiert seine gesamte SAP-ERP-Landschaft auf PREMI3NS — von Finanzen über Supply Chain bis zur Beschaffung.
S3NS betreibt bereits mehr als 60 Kunden und 30 Managed Services in der Produktion. Die Plattform ist kein Pilotprojekt mehr.
Strategisches Muster: Sovereign Cloud als Wachstumsfeld
Die S3NS-Partnerschaft reiht sich in eine erkennbare Strategie ein. Bereits im März hatte SAP eine Vereinbarung mit Bleu unterzeichnet, einem weiteren französischen Sovereign-Cloud-Anbieter. SAP baut sein europäisches Ökosystem für regulierte Cloud-Umgebungen damit schrittweise aus.
Parallel wartet der Konzern auf die regulatorische Freigabe für die geplante Übernahme von Reltio Inc., einem Anbieter von Master-Data-Management-Software. Der Vollzug wird für Q2 oder Q3 2026 erwartet. Reltio soll SAPs Business Data Cloud stärken — ein zentrales Element der KI-Strategie. Sovereign-Cloud-Ausbau und Datenstrategie greifen damit ineinander.
Starkes Q1, gedämpfter Ausblick
Operativ lieferte SAP zum Jahresauftakt solide Zahlen. Der Current Cloud Backlog stieg um 20 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro, der Cloud-Umsatz wuchs um 19 Prozent. Der Gesamtumsatz legte auf 9,6 Milliarden Euro zu, das IFRS-Betriebsergebnis kletterte um 17 Prozent.
Das Management justierte allerdings den Jahresausblick. Statt einer Beschleunigung erwartet SAP für 2026 nun Wachstum auf Vorjahresniveau — eine erneute Beschleunigung ist erst für 2027 eingeplant. JP-Morgan-Analyst Toby Ogg wertete den Quartalsbericht dennoch als beruhigend: Der Cloud Backlog habe die Erwartungen übertroffen, das Gesamtbild sei stabil. Die Bank hält ihr „Neutral“-Rating.
An der Börse spiegelt sich die verhaltene Stimmung wider. Die Aktie notiert bei rund 145 Euro und hat seit Jahresbeginn mehr als 28 Prozent verloren — das 52-Wochen-Hoch von 271,60 Euro liegt weit zurück. Die Hauptversammlung und die Sapphire-Konferenz in Orlando in den kommenden Wochen bieten SAP die nächste Gelegenheit, mit konkreten Fortschritten bei KI und Cloud das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.
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