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SAP Aktie: Von 280 Euro auf 134 Euro

SAP-Aktie verliert trotz starkem Quartalsergebnis und Cloud-Wachstum über 50 Prozent. Analysten sehen Kurspotenzial, der Markt bleibt skeptisch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktienkurs mehr als halbiert
  • Cloud-Umsatz wächst um 27 Prozent
  • Aktienrückkauf über zehn Milliarden Euro
  • KI-Übernahmen sollen Wachstum beschleunigen

UBS hält an SAP fest. Kursziel 205 Euro, Rating „Buy“ — und die Aktie notiert bei 134 Euro. Diese Lücke zwischen Analystenoptimismus und Kursrealität ist das eigentliche Thema dieser Woche.

Vom Allzeithoch zur Halbierung

Im Februar 2025 markierte SAP sein Allzeithoch bei 280,30 Euro. Seither hat die Aktie mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Mit einem 52-Wochen-Tief von 132,26 Euro am vergangenen Donnerstag nähert sich der Kurs einem technischen Extrempunkt. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 134,00 Euro — knapp 1,3 Prozent über diesem Jahrestief, rund 50 Prozent unter dem Hoch vom Juli 2025.

Der RSI liegt bei 33,6 und signalisiert überverkaufte Bedingungen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie gut ein Drittel ihres Wertes eingebüßt.

Starke Fundamentaldaten, schwaches Vertrauen

Operativ läuft es bei SAP. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 9,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte um 24 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Das Cloud-Geschäft wuchs um 27 Prozent, das Cloud-Backlog legte währungsbereinigt auf 21,9 Milliarden Euro zu.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet SAP Clouderlöse zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro — ein Wachstum von 23 bis 25 Prozent. Das operative Ergebnis soll zwischen 11,9 und 12,3 Milliarden Euro liegen.

Allerdings fällt im zweiten Quartal ein Sondereffekt weg, der das Cloud-Wachstum im ersten Quartal begünstigt hatte. Das dämpft die Erwartungen — und erklärt einen Teil der Marktskepsis.

KI-Offensive und Rückkaufprogramm als Gegengewicht

SAP baut seine KI-Datenstrategie aktiv aus. Die Übernahme von Reltio ist abgeschlossen. Das Unternehmen hilft Kunden, Daten aus SAP- und Nicht-SAP-Systemen für KI-Anwendungen aufzubereiten. Akquisitionen von Dremio und Prior Labs stehen noch aus; erste Kommentare dazu erwartet der Markt bei den Q2-Zahlen.

Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 10 Milliarden Euro bis Ende 2027. Die erste Tranche ist abgeschlossen: SAP kaufte rund 16,3 Millionen Aktien zu einem Durchschnittskurs von 161,16 Euro zurück. Zur Finanzierung der Akquisitionsserie emittierte SAP Eurobonds über 3,5 Milliarden Euro in vier Tranchen. Moody’s bewertet den Konzern mit A1, S&P mit A+.

UBS-Analyst Michael Briest sieht das fallende Ölpreisniveau nach dem amerikanisch-iranischen Rahmenabkommen als leichten Rückenwind für das Geschäftsumfeld. Eine weitere Margenverbesserung erwartet er — allerdings weniger dynamisch als im ersten Quartal.

Am 23. Juli präsentiert SAP die Q2-Ergebnisse. Bis dahin gilt Quiet Period: Managementsignale bleiben aus, die Kursentwicklung hängt vor allem vom Makroumfeld ab. Dann muss sich zeigen, ob das Cloud-Wachstum ohne den Sondereffekt standhält — und ob die KI-Akquisitionen erste Wachstumsimpulse liefern.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.