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SAP Aktie: Unheilvolle Zeiten?

JPMorgan stuft SAP auf Neutral zurück, da die erwartete Margenexpansion durch den KI-Umbau verlangsamt wird. Die Aktie markiert ein neues 52-Wochen-Tief.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • JPMorgan senkt Rating von Overweight auf Neutral
  • Aktie erreicht neues Tief bei 146,74 Euro
  • Cloud-Backlog verfehlt eigene Prognose leicht
  • Rückkaufprogramm über 10 Mrd. Euro läuft weiter

JPMorgan hat SAP von „Overweight“ auf „Neutral“ zurückgestuft — und die Aktie hat heute ein neues 52-Wochen-Tief bei 146,74 Euro markiert. Hinter dem Kursverfall steckt mehr als eine einzelne Analystenentscheidung.

JPMorgan zweifelt an der Wachstumsstory

Analyst Toby Ogg begründet die Herabstufung mit einer strukturellen Neubewertung: Die erhoffte Margenexpansion werde sich verlangsamen, weil der laufende Umbau hin zu KI-basierten Geschäftsmodellen kurzfristig Gegenwind erzeugt. Das Kursziel fiel von 260 auf 175 Euro. Gleichzeitig strich Ogg SAP aus der hauseigenen „Analyst Focus List“.

Parallel dazu korrigierten Jefferies (von 290 auf 230 Euro, Kaufempfehlung) und Kepler Cheuvreux (auf 190 Euro, ebenfalls Kaufempfehlung) ihre Ziele nach unten. Von 32 bei Bloomberg erfassten Analysten bleiben aber 26 weiterhin optimistisch für den Titel.

Kleine Abweichung, große Wirkung

Der eigentliche Auslöser der anhaltenden Schwäche liegt tiefer. Der Current Cloud Backlog — der Vertragsbestand für die nächsten zwölf Monate — wuchs im vierten Quartal 2025 um 25 Prozent, verfehlte damit die eigene Prognose um einen Prozentpunkt. In einem Umfeld hoher Bewertungsmultiplikatoren reicht selbst eine minimale Abweichung aus, um Verkaufswellen auszulösen. Seit dem Sommer 2025 hat die Aktie rund 44 Prozent verloren und ist damit klares Schlusslicht im DAX.

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Ab Juli 2026 will SAP mit einem verbrauchsbasierten Abrechnungsmodell für seine KI-Plattform Joule neue Erlösquellen erschließen. Joule Base bleibt in Standard-Abonnements enthalten, während Joule Premium per Nutzer oder über sogenannte SAP-KI-Einheiten abgerechnet wird. Ob dieses Modell die Umsatzdynamik tatsächlich beschleunigt oder kurzfristig für Interpretationsunsicherheiten bei Investoren sorgt, ist unter Analysten offen.

Rückkaufprogramm läuft — Q1-Zahlen im Blick

Trotz des Kursdrucks setzt SAP das im Januar angekündigte Rückkaufprogramm über bis zu zehn Milliarden Euro konsequent fort. Knapp 9,94 Millionen Aktien hat der Konzern bislang zurückgekauft — die Schwelle von zehn Millionen Stück ist nahezu erreicht.

Die operative Basis liefert unterdessen wenig Anlass zur Sorge: 2025 kletterte der Umsatz um acht Prozent auf 36,8 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis legte um 28 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro zu. Am 23. April präsentiert SAP die Zahlen zum ersten Quartal 2026. Im Mittelpunkt steht erneut der Cloud-Auftragsbestand — ein starkes CCB-Wachstum wäre das konkreteste Argument gegen JPMorgans skeptische Neubewertung.

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Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

Mit seiner Expertise unterstützt er Anleger dabei, die Chancen des Kapitalmarkts systematisch und langfristig zu nutzen – unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen.