SAP hat am Donnerstag eine Eurobond-Transaktion über 3,5 Milliarden Euro platziert. Vier Tranchen mit Laufzeiten von zwei bis sieben Jahren geben dem Konzern neue Finanzierungsflexibilität. Entscheidend ist aber die Verwendung der Mittel: SAP will damit jüngst angekündigte Übernahmen finanzieren. Die Aktie notiert bei 150,90 Euro – seit Jahresbeginn ein Minus von 25,3 Prozent.
Drei Zukäufe in wenigen Tagen
Der Kapitalmarktschritt folgt auf eine Reihe von Transaktionen im KI- und Datenumfeld. Am 7. Mai schloss SAP die Übernahme von Reltio ab – einem Anbieter für Master Data Management. Reltio soll SAP- und Nicht-SAP-Daten für agentische KI erschließen.
Bereits zwei Tage zuvor kündigte SAP zwei weitere Deals an: Dremio und Prior Labs. Dremio ergänzt die SAP Business Data Cloud und HANA Cloud. Prior Labs gilt als Spezialist für Tabular Foundation Models. Hier will SAP über vier Jahre mehr als eine Milliarde Euro investieren. Der Abschluss beider Transaktionen wird für das zweite oder dritte Quartal 2026 erwartet – jeweils abhängig von regulatorischen Genehmigungen.
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Wachsendes Cloud-Geschäft deckt die Kosten
Die operative Entwicklung gibt Rückenwind. Der Current Cloud Backlog erreichte im ersten Quartal 21,9 Milliarden Euro – ein Plus von 20 Prozent. Die Cloud-Umsätze stiegen um 19 Prozent, die Cloud ERP Suite legte um 23 Prozent zu.
Solide Zahlen. SAP finanziert die KI-Expansion nicht allein aus dem laufenden Cashflow, sondern nutzt gezielt den Anleihemarkt. Die Bonitätsnoten von Moody’s (A1) und S&P (A+) mit jeweils stabilem Ausblick erleichtern das zu günstigen Konditionen.
Ausblick: Integration entscheidet
Die Anleihe schafft finanziellen Spielraum. Ob die Wette aufgeht, entscheidet sich in der Umsetzung: Reltio ist bereits im Haus, Dremio und Prior Labs müssen folgen. Die nächsten Quartalszahlen zeigen, ob die KI-Strategie messbare Ergebnisse liefert. Bis dahin bleibt die Aktie zwischen solider Cloud-Dynamik und hohem Investitionsaufwand gespannt.
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