Der Softwarekonzern SAP baut seinen KI-Assistenten Joule massiv aus und kauft den Datenspezialisten Reltio. Auf dem Papier klingt das nach einer aggressiven Technologie-Offensive. Die Realität in den Unternehmen sieht völlig anders aus. Bei den Walldorfern klaffen Produktvision und tatsächliche Kundennutzung derzeit weit auseinander.
Zukauf für saubere Daten
SAP wandelte seinen Assistenten Joule zuletzt in eine umfassende Plattform um. Über 40 spezialisierte Agenten sollen nun Geschäftsprozesse in Bereichen wie Finanzen oder Lieferkette steuern. Um die dafür nötige Datenbasis zu schaffen, übernimmt der Konzern den Softwareanbieter Reltio.
Die Technologie des US-Unternehmens bereitet Unternehmensdaten für Künstliche Intelligenz auf – unabhängig davon, aus welchem System sie stammen. Der Vollzug der Transaktion ist für Mitte des Jahres geplant. Finanzielle Details behalten die Walldorfer für sich.
Kunden zögern bei Business AI
Diese Produktoffensive trifft auf eine ernüchternde Marktakzeptanz. Laut einer aktuellen Umfrage der Anwendergruppe DSAG setzen lediglich drei Prozent der Kunden SAP Business AI produktiv ein. Die große Mehrheit der KI-aktiven Unternehmen greift lieber zu externen Werkzeugen wie dem Microsoft Copilot.
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Ein Hauptgrund für die Zurückhaltung liegt in der Vertragsstruktur. Joule funktioniert ausschließlich mit modernen Cloud-Abonnements und schließt klassische Server-Installationen aus. Da der Support für das alte Kernsystem Ende 2027 ausläuft, nutzt das Management die KI-Funktionen als Hebel. Sie sollen zögerliche Kunden in die hauseigene Cloud drängen.
Kurs unter Druck
An der Börse verfängt die Strategie aktuell nicht. Die SAP-Aktie notiert bei 150,82 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 25 Prozent ihres Wertes verloren. Damit bewegt sich das Papier nah am jüngsten 52-Wochen-Tief von knapp 139 Euro. Ein enttäuschender Ausblick auf das künftige Cloud-Wachstum hatte Anleger zuvor verschreckt.
Am späten Abend des 23. April muss der Vorstand nun liefern. Der Konzern veröffentlicht seine Quartalszahlen und wird sich an den eigenen Jahreszielen messen lassen. Gefordert ist ein Cloud-Umsatz von rund 26 Milliarden Euro für das Gesamtjahr. Fällt das Wachstum in diesem Kernsegment schwächer aus als erhofft, droht der Aktie der nächste Rückschlag.
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