SAP hat seine Personalsoftware SuccessFactors und den KI-Assistenten Joule in ein globales Transformationsprogramm von NTT DATA eingebracht. Die Initiative zielt auf den Bereich „People and Culture“ und soll Unternehmen weltweit bei der digitalen Neuausrichtung ihrer Personalprozesse unterstützen.
Für SAP ist die Kooperation ein weiterer Baustein in der Strategie, Joule als KI-Schicht über die gesamte Produktpalette zu legen und über große Systemintegratoren zusätzliche Reichweite zu gewinnen.
Die Nachricht reiht sich in eine ganze Serie von Wachstumsinitiativen ein, mit denen SAP seine Cloud- und KI-Ambitionen unterlegt. Erst im Juli hatte der Konzern die Übernahmen von Dremio und Prior Labs abgeschlossen, um Datenmanagement- und KI-Kompetenz ins eigene Portfolio zu holen.
Die Integration von SuccessFactors und Joule bei einem Partner wie NTT DATA zeigt, dass SAP diese Bausteine nun aktiv in den Vertrieb über Dritte einspeist statt sie nur intern zu nutzen.
Cloud-Geschäft liefert das Fundament
Untermauert wird diese Expansion durch die jüngsten Quartalszahlen. Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Current Cloud Backlog um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 26 Prozent.
Die Clouderlöse legten um 22 Prozent zu, währungsbereinigt sogar um 24 Prozent, während die Cloud-ERP-Suite mit plus 25 Prozent noch dynamischer wuchs. Der Gesamtumsatz stieg um 9 Prozent, bereinigt um Währungseffekte um 11 Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet SAP mit einem Cloud-Umsatz zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro, ein währungsbereinigtes Plus von 23 bis 25 Prozent gegenüber den 21,02 Milliarden Euro des Vorjahres. Beim Betriebsergebnis auf Non-IFRS-Basis peilt der Konzern währungsbereinigt 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro an.
Die Übernahmen von Dremio und Prior Labs sollen dabei einen Verwässerungseffekt von mehr als 100 Millionen Euro verursachen – ein Preis, den SAP für den Ausbau seiner KI- und Datenplattform offenbar bewusst in Kauf nimmt.
Kursreaktion bleibt verhalten positiv
Die Aktie notiert aktuell bei 183,72 Euro und damit rund 1,5 Prozent höher als am Vortag. Über die vergangenen 30 Tage hat das Papier um 17 Prozent zugelegt, bleibt aber seit Jahresbeginn mit 12 Prozent im Minus. Zum 52-Wochen-Hoch von 242 Euro aus dem Oktober fehlen der Aktie weiterhin knapp ein Viertel.
Die Partnerschaft mit NTT DATA allein dürfte kaum kursbewegend wirken, sie fügt sich aber in ein Muster: SAP sucht systematisch nach Kanälen, über die sich Joule und die Cloud-Suite schneller verbreiten lassen, während die zugrunde liegenden Wachstumsraten im Cloud-Geschäft die Erzählung einer noch intakten Transformation stützen.
Ob sich daraus mittelfristig auch eine überzeugendere KI-Monetarisierung ergibt, bleibt die entscheidende Frage für Anleger, die dem Konzern über die laufende Konsolidierungsphase hinaus folgen wollen.
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