SAP hat im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms zwischen dem 31. August und 4. September insgesamt 576.917 eigene Aktien über XETRA erworben. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 107,9 Millionen Euro bei einem Durchschnittskurs von 186,21 Euro. Damit hat der Konzern seit Start des Programms bereits 6.432.029 Aktien zurückgekauft. Das Vorgehen signalisiert, dass SAP trotz der jüngsten Kursschwäche an seiner Kapitalrückführungsstrategie festhält.
Der Rückkauf fällt in eine Phase, in der Analysten die Fortschritte des Konzerns bei der KI-Transformation kritisch hinterfragen. UBS äußerte sich in einer aktuellen Einschätzung zurückhaltend: Es gebe zwar kleine Fortschritte, doch für den ERP-Spezialisten liege noch viel Arbeit vor der KI-Transformation. Diese verhaltene Bewertung reiht sich in eine Serie skeptischer Analystenstimmen der vergangenen Tage ein und dürfte mit erklären, warum die Aktie seit der Herabstufung durch Santander am vergangenen Sonntag um 2,2 Prozent nachgegeben hat.
Cloud-Partnerschaft als Gegengewicht
Auf der operativen Seite setzt SAP parallel auf den Ausbau seines Cloud-Ökosystems. Gemeinsam mit Schwarz Digits startete der Konzern offiziell RISE with SAP on STACKIT – eine Lösung auf europäischer Cloud-Infrastruktur. STACKIT positioniert sich damit als einziger europäischer Hyperscaler, der RISE with SAP anbietet, kommerziell ist das Angebot ab sofort verfügbar.
Die technische Bereitstellung soll ab November folgen, SAP verspricht dabei Preisparität mit US-amerikanischen Hyperscalern. Für europäische Kunden, die aus Datenschutz- oder Souveränitätsgründen auf heimische Cloud-Infrastruktur setzen wollen, schafft die Partnerschaft eine Alternative zu US-Anbietern.
Ergänzend meldete sich auch das Ökosystem rund um SAP zu Wort: Der Finanzautomatisierungs-Anbieter Aico, ein Portfoliounternehmen von Pacera, erhielt am heutigen Dienstag die SAP-Zertifizierung für Clean Core im Rahmen von RISE with SAP. Solche Zertifizierungen unterstreichen, dass SAP sein Partnernetzwerk trotz der Diskussion um die eigene KI-Roadmap weiter ausbaut.
Kurs bleibt unter Druck
Der Aktienkurs notiert aktuell bei 180,92 Euro und damit rund 25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro, das im Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde. Der große Abstand zeigt, wie stark die Bewertung der Aktie im laufenden Jahr zurückgekommen ist, während der fortlaufende Rückkauf zu einem Durchschnittskurs von über 186 Euro zumindest ein gewisses Signal der Preisstabilisierung setzt.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Operativ treibt SAP mit STACKIT und dem Ausbau des Zertifizierungs-Ökosystems die Cloud-Strategie konsequent voran, während die Kapitalmarktkommunikation über den Rückkauf Stabilität signalisiert. Gleichzeitig bremsen kritische Analystenstimmen wie jene von UBS die Erwartungen an das Tempo der KI-Transformation – ein Spannungsfeld, das die Aktie in den kommenden Wochen weiter begleiten dürfte.
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