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Symbolbild, KI-generiert

SAP Aktie: Sieben HotNews im Patch-Tag

SAP meldet 19 neue Sicherheitshinweise, während geringe KI-Nutzung und ein fallender Aktienkurs den Transformationsdruck erhöhen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zwei Schwachstellen erreichen CVSS-Höchstwert
  • Sieben Hinweise gelten als HotNews
  • Nur drei Prozent nutzen Business AI
  • SAP-Aktie verliert 1,9 Prozent

SAP hat am Dienstag im Rahmen seines monatlichen Sicherheits-Patch-Tags 19 neue Sicherheitshinweise veröffentlicht – zwei davon mit dem höchstmöglichen Bedrohungswert. Für Anleger ist das mehr als eine technische Randnotiz: Die Häufung kritischer Schwachstellen trifft den Softwarekonzern in einer Phase, in der Vorstand und Aufsichtsrat ohnehin unter Zugzwang stehen, ihre KI-Strategie zu beweisen.

Zwei Lücken mit Höchstwert

Die schwerwiegendste der insgesamt 33 gemeldeten Schwachstellen betrifft die SAP Extended Passport Processing und trägt den CVSS-Wert 10,0 – die maximal mögliche Kritikalitätsstufe. Angreifer könnten ohne jede Authentifizierung Code aus der Ferne ausführen und dabei Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit betroffener Systeme kompromittieren.

Betroffen sind Kernel-Versionen von 7.22 bis 9.20, also ein breites Spektrum aktuell im Einsatz befindlicher NetWeaver-Installationen. Eine zweite Lücke mit demselben Höchstwert steckt im Data Hub Adapter der SAP Commerce Cloud.

Hinzu kommt eine Schwachstelle im NetWeaver Message Server mit einem CVSS-Wert von 9,8, bei der fehlende Authentifizierung Angreifern Zugriff auf exponierte Dienste erlaubt. Insgesamt stufte SAP sieben der 19 neuen Hinweise als sogenannte HotNews ein, also als Schwachstellen mit einem Bedrohungswert von 9,0 oder höher.

Sicherheitsforscher von Onapsis, die sechs der Meldungen beigesteuert haben, veranstalteten am Mittwoch ein gemeinsames Webinar zur Einordnung der Risiken für betroffene Unternehmen.

Druck auf die KI-Erzählung wächst

Parallel dazu wird der Ton rund um SAPs künstliche Intelligenz schärfer. Bloomberg berichtete am Dienstag, der Aufsichtsrat erwarte in den kommenden Monaten einen sichtbaren KI-Durchbruch – andernfalls drohe SAP, gegenüber der Konkurrenz zurückzufallen. Der Bericht beschreibt CEO Christian Klein als zunehmend unter Druck, die Monetarisierung der eigenen KI-Angebote zu beschleunigen.

Die Zahlen stützen diese Skepsis. Erhebungen von Innobu und dem Deutschsprachigen SAP-Anwenderverein zufolge nutzen bislang lediglich drei Prozent der SAP-Kunden die hauseigene Business AI produktiv im Einsatz. 77 Prozent der Unternehmen, die KI bereits aktiv einsetzen, greifen stattdessen auf Lösungen wie Microsoft Copilot oder ChatGPT zurück – ganz ohne vertragliche Bindung an SAP-Produkte. Das steht in auffälligem Kontrast zu den Ambitionen, die Klein auf der Sapphire-Konferenz im Mai verkündet hatte: 224 Agents und 51 Assistants über Finance, Personalwesen und Lieferketten hinweg.

Zwei Baustellen, ein Muster

Beide Themen – Sicherheitslücken und schleppende KI-Adoption – zeichnen dasselbe Bild eines Konzerns, der seine technologische Transformation schneller vorantreibt, als er sie offenbar vollständig absichern und vermarkten kann. SAP reagierte auf die Sicherheitslücken mit der dringenden Empfehlung an Kunden, die Patches umgehend einzuspielen, insbesondere für die als HotNews eingestuften Schwachstellen.

An der Börse zeigte sich die Nervosität deutlich: Die Aktie gab am Mittwoch um 1,9 Prozent nach und notiert nun bei 176,80 Euro, nachdem sie bereits in den vergangenen sieben Handelstagen um 5,0 Prozent gefallen war.

Zum bisherigen Jahreshoch von 242,00 Euro aus dem Oktober klafft mittlerweile eine Lücke von 27 Prozent. Ob die Partnerschaften mit OpenAI für den deutschen öffentlichen Sektor und mit AWS für souveräne Cloud-Angebote das Blatt wenden können, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.