SAP liefert starke operative Zahlen, baut seine Datenplattform per Übernahmen aus — und bleibt an der Börse trotzdem unter Druck. Der Kernkonflikt ist klar: Das Geschäft läuft, der Markt zweifelt aber an der Dynamik der nächsten Quartale. Genau deshalb rückt die Analystenkonferenz bei SAP Sapphire in Orlando in den Blick.
Reltio soll Daten für KI nutzbar machen
SAP hat am 7. Mai 2026 die Übernahme von Reltio abgeschlossen. Der Anbieter ist auf Master-Data-Management spezialisiert und soll helfen, Unternehmensdaten aus SAP- und Nicht-SAP-Systemen KI-tauglich zu machen.
Das ist mehr als ein technischer Zukauf. Viele KI-Projekte scheitern nicht am Modell, sondern an unsauberen Daten: doppelte Kundensätze, widersprüchliche Produktinformationen, fragmentierte Lieferantendaten. Reltio bringt dafür Funktionen wie Entity Resolution, Data Graphs und eine Cloud-native Architektur mit.
Reltio kam zuletzt auf einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von 185 Millionen US-Dollar. Das Buchungswachstum lag bei 40 Prozent. Kaufpreisdetails nannte SAP nicht.
SAP baut eine Datenpipeline
Der Reltio-Deal passt in eine breitere Akquisitionsstrategie. SAP will seine Business Data Cloud als zentrale Plattform für Unternehmensdaten und KI-Anwendungen positionieren. Reltio bereinigt und verknüpft Stammdaten, Dremio soll Datenquellen vereinheitlichen, Prior Labs liefert KI-Modelle.
Die Dremio-Transaktion soll voraussichtlich im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Voraussetzung sind die üblichen Abschlussbedingungen und regulatorischen Freigaben. Strategisch geht es um einen offenen Datenkatalog auf Basis von Apache Polaris und der Apache Iceberg REST Catalog API.
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Damit versucht SAP, ein zentrales Problem großer Unternehmen zu adressieren: Daten liegen in vielen Systemen, folgen unterschiedlichen Logiken und sind für KI-Anwendungen oft nur eingeschränkt nutzbar. Gelingt die Integration, könnte SAP seine Cloud-Angebote enger an konkrete KI-Anwendungsfälle binden.
Starke Zahlen, schwacher Chart
Operativ war das erste Quartal robust. Der Cloud-Umsatz stieg um 27 Prozent auf knapp 6 Milliarden Euro, der Gesamtumsatz legte auf 9,6 Milliarden Euro zu. Die operative Marge erreichte 30 Prozent.
Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Am Montag schloss die SAP-Aktie bei 144,02 Euro; auf Wochensicht steht ein Minus von 3,83 Prozent. Seit Jahresanfang summiert sich der Rückgang auf 28,70 Prozent.
Auch technisch bleibt das Bild angespannt. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt liegt bei minus 6,30 Prozent, der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bei minus 27,02 Prozent. Das Papier notiert damit näher am Jahrestief als an früheren Hochs.
Ein Grund für die Zurückhaltung liegt in der eigenen Kommunikation. SAP wies darauf hin, dass das Cloud-Wachstum im ersten Quartal von mehreren quartalsabhängigen Effekten profitiert hat. Im zweiten Quartal dürfte sich das Wachstum daher verlangsamen.
Am 13. Mai folgt die Finanzanalystenkonferenz im Rahmen von SAP Sapphire. Dort stehen Vorstandspräsentationen, Breakout-Sessions und eine Q&A-Runde auf dem Programm. Für das Gesamtjahr peilt SAP einen Cloud-Umsatz zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro zu konstanten Wechselkursen an — die Messlatte liegt damit nicht bei der Story, sondern bei der Glaubwürdigkeit des Wachstumspfads.
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