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SAP Aktie: Prior Labs-Übernahme abgeschlossen

SAP investiert Milliarde in KI-Forschung, während Analysten über den Wachstumspfad des Konzerns uneins sind.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Milliardeninvestition in KI-Forschungsteam
  • Prior Labs bleibt eigenständige Marke
  • Analysten uneins über Kursziele
  • Cloud-Erlöse wachsen um 27 Prozent

Der Softwarekonzern kündigte an, in den kommenden vier Jahren mehr als eine Milliarde Euro in das Forschungsteam zu investieren. Prior Labs soll dabei als eigenständige Marke innerhalb des Konzerns weiterbestehen. Der Schritt fällt in eine Phase, in der SAP-Aktionäre zuletzt wenig Freude an ihrem Investment hatten: Am Freitag schloss die Aktie bei 138,50 Euro und verlor damit 1,81 Prozent an einem einzigen Handelstag.

Antwort auf Zweifel an der KI-Transformation

Die Investition in Prior Labs fügt sich in eine Reihe von Schritten, mit denen SAP seine Datenbasis für KI-Anwendungen ausbaut. Bereits im Mai hatte der Konzern die Übernahme des Datenanbieters Reltio abgeschlossen, um Unternehmensdaten aus SAP- und Fremdsystemen zu vereinheitlichen. Beide Deals zielen auf dasselbe Problem: Damit generative KI in ERP-Landschaften echten Nutzen stiftet, braucht es saubere, integrierte Datenstrukturen.

Der Zeitpunkt ist heikel. Eine Umsatzenttäuschung beim US-Konzern IBM hatte Mitte Juli das Sentiment für den gesamten Softwaresektor belastet und auch die SAP-Aktie unter Druck gesetzt. Anleger zeigten sich besorgt über die Geschwindigkeit, mit der sich klassische ERP-Geschäftsmodelle tatsächlich in Richtung KI transformieren lassen. Genau diese Sorge griff auch UBS-Analyst Michael Briest auf, der sein Kursziel für SAP am 14. Juli von 205 auf 164 Euro senkte. Als Begründung nannte er die hohe Komplexität, die KI-Strategie praktisch in bestehende ERP-Systeme zu überführen. An seiner Kaufempfehlung hielt Briest trotz der deutlichen Reduzierung fest.

Analysten uneinig, Kursziele weit auseinander

Die Einschätzungen am Markt gehen derzeit merklich auseinander. Während UBS vorsichtiger wurde, sieht Bernstein am 16. Juli weiterhin deutliches Potenzial und nennt ein Kursziel von 276 Euro – mit Verweis auf die anstehenden Quartalszahlen. Zwischen den beiden Einschätzungen liegen mehr als 100 Euro, ein Spread, der die Unsicherheit über SAPs Wachstumspfad in der KI-Ära widerspiegelt.

Fundamental lieferte SAP zuletzt durchaus solide Zahlen: Im ersten Quartal 2026 legten die Cloud-Erlöse um 27 Prozent zu, der währungsbereinigte Current Cloud Backlog wuchs um 25 Prozent. Diese Werte stammen aus der Vorstandspräsentation vom 22. April und bilden die Basis, auf die sich optimistischere Analystenstimmen wie jene von Bernstein stützen.

Kurs nahe Jahrestief, Bewertung deutlich zurückgekommen

Die Kursentwicklung der Aktie zeigt, wie sehr sich das Bild seit dem Rekordhoch gewandelt hat. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 33,53 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Tief bei 130,80 Euro, erreicht Ende Juni, trennen die Aktie derzeit nur noch knapp 5,89 Prozent – SAP notiert damit nahe der Talsohle des vergangenen Jahres. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 159,64 Milliarden Euro.

Auf der Führungsebene bereitet sich der Konzern zugleich auf einen Wechsel im Aufsichtsrat vor. Die Hauptversammlung wählte im Mai René Obermann, zuvor bei der Deutschen Telekom tätig, in das Gremium. Er soll 2027 den Vorsitz von Pekka Ala-Pietilä übernehmen. Ein weiterer Termin rückt näher: Die nächsten Quartalszahlen, auf die sich auch das Bernstein-Kursziel bezieht, dürften zeigen, ob sich das Cloud-Wachstum aus dem ersten Quartal fortsetzt und ob die milliardenschweren KI-Investitionen bei Anlegern verfangen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.