SAP hat kurz vor dem Wochenende eine Anleihe über 3,5 Milliarden Euro platziert — und damit klargemacht, wohin die Reise geht. Der Walldorfer Softwarekonzern baut sein KI-Portfolio mit drei Übernahmen aus und finanziert das Tempo gleich mit.
Vier Tranchen, ein Signal
Die Emission vom 28. Mai umfasst vier Laufzeiten: zwei, drei, fünf und sieben Jahre. Die Nachfrage war laut Unternehmensangaben stark. Moody’s bewertet SAP mit A1, S&P mit A+ — jeweils mit stabilem Ausblick. Der Erlös fließt in allgemeine Unternehmenszwecke, ausdrücklich auch in die (Re-)Finanzierung von Akquisitionen.
Genau davon gibt es gerade drei auf einmal. Die Übernahme von Reltio — einem Spezialisten für Master Data Management — ist bereits abgeschlossen. Reltio soll Unternehmensdaten aus SAP- und Nicht-SAP-Systemen KI-tauglich machen. Der Kauf von Dremio, angekündigt am 4. Mai, wird für das dritte Quartal 2026 erwartet und hängt noch an behördlichen Freigaben. Dremio bringt eine offene Datenschicht in die SAP Business Data Cloud.
Prior Labs: Eine Milliarde für Frontier-KI
Der dritte Zukauf ist der ambitionierteste. SAP übernimmt das deutsche KI-Startup Prior Labs und investiert über vier Jahre mehr als eine Milliarde Euro, um daraus ein Frontier-AI-Labor für strukturierte Daten aufzubauen. Prior Labs soll dabei als eigenständige Einheit weiterarbeiten.
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Parallel läuft eines der größten Aktienrückkaufprogramme der deutschen Börsengeschichte: bis Ende 2027 bis zu 10 Milliarden Euro. Die erste Tranche ist abgeschlossen — bis Anfang April erwarb SAP rund 16,3 Millionen eigene Aktien zu durchschnittlich 161,16 Euro.
Kurs erholt sich, RSI warnt
Die Aktie schloss am Freitag mit einem Plus von 3,67 Prozent auf 156,40 Euro — der stärkste Tagesgewinn seit Wochen. Auf Jahressicht steht allerdings ein Minus von rund 22 Prozent, auf Zwölf-Monate-Sicht sogar fast 40 Prozent. Der RSI liegt bei 78,2 und signalisiert kurzfristige Überkauftheit. Nächste Widerstände befinden sich bei 159,40 und 159,64 Euro, die entscheidende Unterstützungszone nach unten liegt zwischen 135,44 und 137,54 Euro.
Für die laufende Woche sind zwei Ereignisse relevant. CEO Christian Klein spricht am Mittwoch auf der BNP Paribas Exane CEO Conference in Paris. Die Quartalszahlen für Q2 und das erste Halbjahr folgen am 23. Juli — dann werden Cloud-Umsätze und mögliche neue Preismodelle im Mittelpunkt stehen. SAP selbst peilt für 2026 währungsbereinigte Cloud-Erlöse von 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro und einen freien Cashflow von rund 10 Milliarden Euro an.
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