SAP verbucht einen namhaften Neukunden: NTT DATA verlagert seine weltweite Personalwesen-Infrastruktur auf SuccessFactors. Ergänzt wird die Migration um die SAP Business Data Cloud sowie den KI-Assistenten Joule. Der Deal zeigt, dass SAP trotz Kritik an ihrem KI-Tempo weiterhin Großkunden für ihr Cloud-Portfolio gewinnt.
Kartellamt beendet Vorermittlungen
Parallel dazu kam regulatorische Entlastung: Das Bundeskartellamt schloss seine Voruntersuchung gegen SAP ohne Einleitung eines Missbrauchsverfahrens ab. Marktbeobachter werteten das als positives Signal, da damit eine mögliche kartellrechtliche Belastung vom Tisch ist. Für Anleger reduziert sich damit ein Unsicherheitsfaktor, der zuletzt im Umfeld der Debatte um Marktmacht großer Softwareanbieter diskutiert wurde.
Beide Nachrichten fallen in eine Phase, in der SAP ihr Aktienrückkaufprogramm fortsetzt. Zwischen dem 3. und 7. August erwarb der Konzern rund 2,9 Millionen eigene Aktien zu einem Durchschnittspreis von 169,72 Euro. Kumuliert summierten sich die Rückkäufe im laufenden Jahr auf etwa 5 Millionen Stück – ein Zeichen dafür, dass das Management trotz volatiler Kursentwicklung an der Kapitalrückführung festhält.
Kursdruck nach Analysten-Kritik
Die operative Nachrichtenlage steht allerdings im Schatten einer Herabstufung: UBS senkte SAP am 26. August von „Buy“ auf „Neutral“, erhöhte gleichzeitig aber das Kursziel von 164 auf 201 Euro. Als Begründung nannten die Analysten das langsame Tempo bei der Auslieferung von KI-Agenten sowie ein erwartetes Abflachen des Cloud-Wachstums im zweiten Halbjahr.
Die Kombination aus Rating-Rücknahme und höherem Kursziel signalisiert eine gemischte Einschätzung: Die Bewertung gilt als ausgereizt, das langfristige Potenzial bleibt aus Sicht von UBS jedoch intakt.
Die Aktie reagierte auf diese Gemengelage deutlich. Heute büßt das Papier 2,3 Prozent ein und notiert bei 185,12 Euro, nachdem es am Vortag noch bei 189,50 Euro geschlossen hatte. Damit bleibt der Titel rund 24 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro, das im Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde. Auf Jahressicht summiert sich der Rückgang auf 12 Prozent.
Was die Nachrichten für Anleger bedeuten
Der NTT-DATA-Deal und der Abschluss der Kartellamt-Prüfung liefern zwei Argumente gegen die pessimistischere Analystensicht: Sie belegen, dass SAP operativ liefert und regulatorisch entlastet ist. Gleichzeitig bleibt die Skepsis am KI-Tempo bestehen, die den Kurs zuletzt belastet hat.
Anleger dürften daher genau beobachten, ob sich der jüngste Großkundenerfolg in den kommenden Quartalszahlen als Wachstumsimpuls niederschlägt – oder ob die von UBS beschriebene Abschwächung im Cloud-Geschäft tatsächlich eintritt. Das fortlaufende Rückkaufprogramm signalisiert zumindest, dass der Konzern selbst von einer soliden mittelfristigen Bewertung ausgeht.
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