SAP steckt mitten in einer Kurskorrektur — und mitten in einem strategischen Umbau. Beides trifft gerade gleichzeitig ein. Die Aktie notiert mit rund 149 Euro gefährlich nah an ihrem jüngsten Jahrestief, während das Unternehmen im Juli sein Abrechnungsmodell für KI-Dienste grundlegend umstellt.
Rückkaufprogramm als Stabilisator
Gegen den Kursrückgang stemmt sich SAP mit einem massiven Aktienrückkaufprogramm. Allein zwischen dem 23. und 27. März erwarb der Konzern knapp vier Millionen eigene Aktien über Xetra. Das läuft im Rahmen einer ersten Tranche von bis zu 2,6 Milliarden Euro — Teil eines bis Ende 2027 angelegten Gesamtprogramms von zehn Milliarden Euro.
Das Signal an den Markt ist klar. Ob es ausreicht, hängt davon ab, was die Produktseite liefert.
Vom Abo-Modell zur Verbrauchsabrechnung
Ab Juli 2026 stellt SAP seine KI-Dienste von Abonnement- auf nutzungsbasierte Abrechnung um. Das bisherige SaaS-Prinzip — feste Gebühren pro Nutzer — passt nach Einschätzung des Unternehmens nicht mehr zu einer Welt automatisierter KI-Agenten. Planbare Erlöse weichen künftig schwankenden, verbrauchsabhängigen Einnahmen. Genau dieses Risiko preist der Markt derzeit ein.
Erschwerend kommt ein Befund aus dem DSAG-Investitionsreport 2026 hinzu: 77 Prozent der befragten Mitglieder, die KI produktiv einsetzen, greifen auf Nicht-SAP-Lösungen zurück. Nur drei Prozent nutzen SAPs eigene KI-Tools. Das ist eine ernüchternde Ausgangslage für ein Unternehmen, das seinen Wachstumskurs auf KI-Monetarisierung stützt.
Mit der geplanten Übernahme des Stammdatenspezialisten Reltio — voraussichtlich im zweiten oder dritten Quartal 2026 — will SAP die Datenbasis für seine KI-Plattform stärken und Kunden helfen, SAP- und Nicht-SAP-Daten KI-bereit zu machen.
Barclays bleibt konstruktiv, senkt aber Ziel
Analyst Sven Merkt von Barclays reduzierte sein Kursziel von 240 auf 220 Euro und verwies auf wachsenden Wettbewerbsdruck durch neue KI-Lösungen, die etablierte Softwarestrukturen schneller verdrängen könnten als erwartet. Die Einstufung „Overweight“ behielt er dennoch bei.
Der breitere Analystenkonsens bleibt trotz des Kursrückgangs von über 26 Prozent seit Jahresbeginn positiv gestimmt: 36 Experten erwarten für 2026 einen Gewinn je Aktie von durchschnittlich 7,31 Euro — ein Plus von rund 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. SAP selbst peilt ein Non-IFRS-Betriebsergebnis zwischen 11,9 und 12,3 Milliarden Euro an.
Den nächsten konkreten Prüfstein liefern die Q1-Zahlen am 23. April 2026. Investoren werden dann vor allem auf Belege zur Monetarisierung der „Business AI“-Lösungen achten — und darauf, ob SAP die eigene Prognose als glaubwürdig verteidigen kann.
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