SAP kommt an der Börse nicht recht vom Fleck. Nachdem das Softwarehaus bereits am vergangenen Dienstag im Rahmen des regulären Patch-Days Security Notes veröffentlicht hatte, meldete die Sicherheitsorganisation SANS am Freitag eine weitere, gravierende Schwachstelle: Unter dem Namen „OVERPASS“ betrifft sie den SAP-Kernel bei der Verarbeitung des sogenannten Extended Passport und wurde mit der höchsten Kritikalitätsstufe eingestuft. Insgesamt geht es laut SANS um 20 Schwachstellen, die SAP in diesem Zusammenhang adressiert.
Für Anleger ist das mehr als eine technische Randnotiz. SAP-Systeme laufen im Kern zahlreicher Konzerne, und kritische Kernel-Lücken wecken regelmäßig Sorgen über mögliche Angriffsflächen bei Bestandskunden.
Die Aktie selbst zeigte sich davon zuletzt nur moderat beeindruckt: Am Freitag schloss das Papier bei 178,50 Euro, ein Plus von 0,8 Prozent auf Tagessicht. Über die vergangenen sieben Handelstage steht dennoch ein Minus von 3,5 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die Erholung der Aktie ins Stocken geraten ist.
Anleger wollen mehr als Ankündigungen sehen
Börsenbeobachter beschrieben am Freitag einen erneuten Erholungsversuch der SAP-Aktie, verwiesen aber zugleich darauf, dass Investoren inzwischen mehr als bloße KI-Ankündigungen sehen wollten.
Diese Skepsis passt zum Bild, das sich aus den jüngsten Geschäftszahlen ergibt: Für das am 30. Juni 2026 beendete zweite Quartal hatte SAP ein Ergebnis je Aktie von 1,89 Euro sowie einen Umsatz von 9,88 Milliarden Euro ausgewiesen – Zahlen, die in der laufenden Debatte um das Tempo der KI-Implementierung und das Cloud-Wachstum weiterhin als Referenzpunkt dienen.
Der Kurs bewegt sich damit deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro, das SAP im vergangenen Oktober erreicht hatte – ein Abstand von 26 Prozent, der die Verunsicherung der vergangenen Monate widerspiegelt. Auf Jahressicht steht ein Minus von 15 Prozent zu Buche, was den Druck auf das Management erhöht, im weiteren Jahresverlauf konkrete Fortschritte bei Cloud- und KI-Geschäft zu liefern.
Blick auf die kommenden Wochen
Nachrichtlich dürfte das Sicherheitsthema SAP zunächst weiter begleiten: Kunden mit S/4HANA-, NetWeaver-, Integration-Suite- oder Commerce-Cloud-Installationen müssen die neuen Patches zeitnah einspielen, um sich gegen die als kritisch eingestufte Kernel-Lücke abzusichern.
Für die Kapitalmarktseite rückt zugleich der 21. Oktober in den Fokus, wenn SAP seine Zahlen für das dritte Quartal 2026 vorlegt. Erst dann dürfte sich zeigen, ob sich die zuletzt gedämpften Wachstumserwartungen im Cloud-Geschäft bestätigen oder ob SAP die skeptischen Stimmen am Markt widerlegen kann.
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