Bei SAP rollen Köpfe im Management. Ab sofort übernimmt CEO Christian Klein die direkte Kontrolle über die KI-Entwicklung. Der Softwarekonzern verzichtet bewusst auf einen eigenen „Chief AI Officer“. Stattdessen zieht der Konzernchef die Zügel selbst an.
Klein baut Führungsebene um
Zwei neu geschaffene Einheiten berichten künftig direkt an Klein. Philipp Herzig leitet den Bereich „Business AI Platform & CTO“. Manoj Swaminathan übernimmt die strategisch wichtige „Autonomous Suite“. Den Sektor „Industrial AI“ lagert das Management an COO Sebastian Steinhäuser aus.
Der Umbau kostet prominente Manager den Job. Michael Ameling verlässt das Unternehmen. Er verantwortete bisher als Chief Product Officer die Business Technology Platform. Parallel dazu verliert Vorstandsmitglied Muhammad Alam seine operative Macht. Sein Vertrag läuft im Frühjahr 2027 aus und wird nicht verlängert. Bis dahin bleibt er zwar im Vorstand. Die Produktentwicklung leiten ab heute aber Klein und Swaminathan.
Fokus auf Profitabilität
Es ist bereits der zweite große Umbau im laufenden Jahr. Im März startete SAP die „Customer Value Group“. Das Ziel: kürzere Entscheidungswege im harten Software-Wettbewerb. Trotz massiver Investitionen in künstliche Intelligenz achtet der Konzern auf seine Ausgaben. Eine aktuelle Auswertung des KI-Systems „Warren Wise“ bestätigt das. SAP zählt zu den fünf kapitaldiszipliniertesten Unternehmen im DAX und MDAX.
Die Börse reagiert am Mittwoch leicht positiv auf den Durchgriff. Die SAP-Aktie notiert am Morgen bei 135,94 Euro. Das entspricht einem Tagesplus von 0,74 Prozent. Diese Stabilisierung ist bitter nötig. Seit Jahresbeginn verlor das Papier fast ein Drittel seines Wertes. Der Softwaresektor leidet unter einer massiven Kapitalflucht hin zu Chip-Produzenten.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der Kurs bewegt sich nur knapp über dem jüngsten 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro. Der hohe Abstand zur 200-Tage-Linie bei rund 182 Euro verdeutlicht den intakten Abwärtstrend. Hält die aktuelle Unterstützung auf diesem Niveau nicht, drohen weitere Abverkäufe.
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