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SAP Aktie: Kartellstreit beigelegt, Kurs bleibt schwach

EU beendet Wettbewerbsverfahren gegen SAP nach Zugeständnissen. Der Aktienkurs bleibt dennoch schwach, da Anleger die KI-Strategie des Konzerns skeptisch sehen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • EU stellt Kartellverfahren gegen SAP ein
  • SAP sagt weitreichende Zugeständnisse zu
  • Aktie fällt trotz positiver Nachricht
  • KI-Wandel belastet die Aktie schwer

Eigentlich hätte das eine gute Nachricht für SAP sein müssen: Die EU-Kommission hat ein Wettbewerbsverfahren gegen den Softwarekonzern eingestellt, nachdem Walldorf weitreichende Zugeständnisse gemacht hat. Trotzdem gab die Aktie am Vormittag nach. Das zeigt, wie sehr andere Sorgen das Bild gerade dominieren.

Was die EU-Kommission SAP vorwarf

Die Brüsseler Behörde hatte im vergangenen September ein Verfahren eröffnet, weil sie einen verzerrten Wettbewerb bei Wartungs- und Supportdienstleistungen vermutete. Der Vorwurf: SAP habe Kunden gezwungen, Software ausschließlich vom eigenen Konzern warten zu lassen, und für alle Softwarelösungen einheitliche Wartungspakete zu identischen Preisen verlangt. Das habe Kunden daran gehindert, günstigere Kombinationen verschiedener Anbieter zu wählen. Hinzu kam der Vorwurf, Kunden hätten Support für ungenutzte Lizenzen nicht kündigen können und bei einer Wiederaufnahme zusätzliche Gebühren zahlen müssen.

SAP wies die Vorwürfe im September zurück und betonte, die eigenen Richtlinien stünden im Einklang mit den Wettbewerbsregeln. Dennoch ging der Konzern in Verhandlungen mit Brüssel und legte im November und Dezember erste Verpflichtungsangebote vor, die die Kommission per Markttest prüfen ließ. Nach einer Überarbeitung akzeptierte die Behörde nun die finale Fassung.

Zehn Jahre Bindung, empfindliche Strafen bei Verstoß

Die Zusagen gelten weltweit für zehn Jahre und werden von einem Überwachungstreuhänder kontrolliert, der der Kommission regelmäßig berichten muss. Kunden können künftig ihre SAP-Landschaft in getrennte Teile aufteilen und für jeden Bereich unterschiedliche Support-Anbieter wählen oder auf Support ganz verzichten. Zudem lassen sich Lizenzen und die zugehörigen Gebühren in bestimmten Fällen kündigen — etwa bei Insolvenz, einem Stellenabbau von mindestens zehn Prozent, dem Verkauf eines Geschäftsbereichs oder gescheiterten Implementierungen, für die SAP verantwortlich ist.

Verstößt SAP künftig gegen diese Zusagen, drohen empfindliche Strafen: eine Geldbuße von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes oder ein tägliches Zwangsgeld von fünf Prozent des Tagesumsatzes. SAP selbst hatte bereits im September erklärt, keine materiellen Auswirkungen auf die Finanzergebnisse zu erwarten.

Der eigentliche Belastungsfaktor liegt woanders

Der Kartellfall war zuletzt ohnehin nicht der Grund, warum Anleger nervös auf die Aktie blicken. Seit Jahresbeginn hat das Papier mehr als 30 Prozent an Wert verloren und markierte zuletzt ein neues Jahrestief. Der Kurs notierte am Vormittag bei 136,58 Euro.

Hintergrund ist die Sorge, SAP könnte im Zuge der KI-Revolution ins Hintertreffen geraten. Agentische KI-Systeme verändern möglicherweise grundlegend, wie Unternehmen Software nutzen und einkaufen — mit Chancen bei Automatisierung und Effizienz, aber auch mit steigenden Kosten für Rechenleistung. Am Markt scheint sich derzeit die Einschätzung durchzusetzen, SAP könnte diesen Wandel nicht erfolgreich meistern. Der beigelegte Kartellstreit dürfte daran wenig ändern — die eigentliche Bewährungsprobe liegt für den Konzern in der Frage, wie er sich in der neuen KI-Landschaft positioniert.

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