Startseite » News zu Unternehmen » Analystenstimmen » SAP Aktie: Kartellamt schafft Erleichterung

SAP Aktie: Kartellamt schafft Erleichterung

Bundeskartellamt stellt SAP-Verfahren ein, Aktie erholt sich deutlich. Ankeraktionär erhöht Anteil, doch der Abwärtstrend bleibt intakt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kartellamt stoppt Ermittlungen gegen SAP
  • Aktie erholt sich um 12,75 Prozent
  • Tschira erhöht Stimmanteil auf 4,22 Prozent
  • Quartalszahlen am 21. Oktober erwartet

Das Bundeskartellamt lässt SAP vom Haken. Die Behörde leitet kein Missbrauchsverfahren gegen den Softwarekonzern ein und bestätigt damit die Vorwürfe von Wettbewerber Celonis nicht. Für eine Aktie, die seit Monaten unter regulatorischem Druck stand, ist das ein handfester Grund zur Erleichterung.

Die Reaktion am Markt fällt deutlich aus. SAP notiert aktuell bei 158,42 Euro und hat in den vergangenen 30 Tagen um 12,75 Prozent zugelegt. Erst am 23. Juli markierte das Papier bei 127,52 Euro sein 52-Wochen-Tief. Die Erholung ist real – die Frage ist, ob sie trägt.

Kartellentscheidung trifft auf gestärkten Ankeraktionär

Am 30. Juli hat das Bundeskartellamt die Vorermittlungen eingestellt. Die Wettbewerbshüter fanden keine ausreichenden Belege für einen Missbrauch der Marktstellung beim Datenzugriff. Damit fällt eine Belastung weg, die den Kurs monatelang gedrückt hatte.

Fast zeitgleich verdichtet sich die Aktionärsstruktur im Hintergrund. Eine Stimmrechtsmitteilung vom 31. Juli zeigt: Harald Tschira hat seinen Stimmanteil über Bindungsverträge auf 4,22 Prozent erhöht, zuvor waren es 0,57 Prozent. Ein gefestigter Ankeraktionärskreis kann in unruhigen Marktphasen Stabilität signalisieren.

Trotzdem bleibt der Gesamtrahmen angeschlagen. Seit Jahresbeginn liegt SAP noch immer 24,38 Prozent im Minus. Die entscheidende Frage lautet: Reicht der regulatorische Rückenwind, um aus einer kurzfristigen Erholung eine echte Trendwende zu machen?

Das bullische Szenario: Sektor-Rückenwind trifft auf solide Zahlen

Für eine Fortsetzung der Erholung spricht zunächst das Umfeld. US-Cloud-Riesen wie Amazon und Microsoft haben zuletzt kräftiges Wachstum vorgelegt – ein Signal, dass Unternehmen weiter kräftig in Software investieren.

SAP selbst lieferte im zweiten Quartal 2026 ein EPS von 1,89 Euro, nach 1,46 Euro im Vorjahr. Für 2026 taxieren Analysten den Gewinn je Aktie auf 7,11 Euro. Nach der Kurskorrektur der vergangenen Monate wirkt diese Bewertung wieder attraktiver.

Auch charttechnisch gibt es Argumente für die Bullen. Der RSI liegt bei 63,7 – die Aktie befindet sich in einem gesunden Aufwärtstrend, ohne bereits überkauft zu sein. Ein nachhaltiger Sprung über den 50-Tage-Durchschnitt könnte zusätzliches Kapital anziehen.

Das bärische Szenario: Der Abwärtstrend ist noch nicht gebrochen

Wer nur auf die letzten Wochen schaut, übersieht die größere Bewegung. Auf Jahressicht steht SAP noch immer mit 37,05 Prozent im Minus. Die aktuelle Erholung könnte schlicht eine Korrektur innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends sein.

Die Nervosität am Markt bleibt hoch. Mit annualisiert 48,89 Prozent über 30 Tage liegt die Volatilität außerordentlich hoch – ein Hinweis darauf, dass Anleger dem Papier noch nicht wieder vertrauen. Auch der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt bei 174,67 Euro ist mit -9,30 Prozent noch beträchtlich. Solange SAP dieses Niveau nicht zurückerobert, bleibt das technische Bild belastet.

Hinzu kommt operativer Gegenwind. Amazon-CEO Jassy warnt aktuell vor einem „herausfordernden makroökonomischen Umfeld“ – eine Einschätzung, die auch SAPs Neukundengeschäft im zweiten Halbjahr bremsen könnte.

Ausblick: Der Oktober-Termin als nächster Prüfstein

Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob SAP das Niveau oberhalb der 150-Euro-Marke festigen kann. Solange der RSI nicht in den überkauften Bereich über 70 schießt und die Unterstützung durch den 50-Tage-Durchschnitt hält, spricht einiges für eine Konsolidierung auf höherem Niveau.

Der nächste konkrete Prüfstein ist der Quartalsbericht für das dritte Quartal 2026, angekündigt für den 21. Oktober. Bis dahin dürfte die Aktie stark von der Stimmung im Tech-Sektor sowie von neuen Details zur Cloud-Strategie abhängen.

Kippt die Stimmung im Technologiesektor erneut, droht ein Rückfall Richtung 52-Wochen-Tief. Der Puffer zum langfristigen 200-Tage-Durchschnitt ist schlicht noch nicht wiederhergestellt.

Anzeige

SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 31. Juli liefert die Antwort:

Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu SAP

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

Mit seiner Expertise unterstützt er Anleger dabei, die Chancen des Kapitalmarkts systematisch und langfristig zu nutzen – unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen.