SAP baut sein KI-Angebot für Entwickler aus. Auf der SAP TechEd kündigte das Unternehmen gestern Erweiterungen für Joule und die SAP Business AI Platform an. Hinzu kommt ein Foundation Model für tabellarische Daten. Für Anleger rückt damit die technische Grundlage des KI-Angebots in den Mittelpunkt: SAP erweitert die Entwicklungsmöglichkeiten, während das Cloudgeschäft deutlich wächst.
Mehr Modellauswahl in Joule Studio
Nach Unternehmensangaben bietet Joule Studio Zugriff auf mehr als 70 KI-Modelle. Die Ankündigungen umfassen damit sowohl Erweiterungen bestehender Angebote als auch ein Modell für eine bestimmte Datenform. Im Mittelpunkt stehen Entwickler und die Werkzeuge, mit denen sie KI-Anwendungen umsetzen können.
Dabei ist zwischen Produktankündigung und wirtschaftlichem Ergebnis zu unterscheiden. Aus den Erweiterungen allein lässt sich noch kein zusätzlicher Umsatz ableiten. Für die Bewertung der Nachricht liefert deshalb die Geschäftsentwicklung den wichtigeren finanziellen Maßstab.
Zugleich spielt die Herkunft der eingesetzten Modelle eine Rolle. Der SAP-Finanzvorstand sagte Reuters am 22. Oktober, Kunden fragten zunehmend nach deren Entwicklungsort. Exportkontrollen und Europas Souveränitätsdebatte beeinflussten die Entscheidungen. Die Modellauswahl ist damit nicht ausschließlich eine technische Frage, sondern steht auch im Zusammenhang mit politischen Rahmenbedingungen.
Cloudwachstum stützt die KI-Offensive
Im dritten Quartal 2026 steigerte SAP den Umsatz um 13 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. Die jüngsten Entwicklerankündigungen treffen somit auf ein wachsendes Geschäft und nicht lediglich auf Erwartungen an künftige KI-Erlöse.
Besonders relevant bleibt das Cloudgeschäft. Hier lässt sich die operative Entwicklung beurteilen, ohne den neuen KI-Werkzeugen bereits einen eigenen Ergebnisbeitrag zuzuschreiben.
Die Clouderlöse stiegen um 26 Prozent auf 6,67 Milliarden Euro. Der Current Cloud Backlog erreichte 24,1 Milliarden Euro.
SAP rückte außerdem den Ausblick für die Cloud- sowie die Cloud-und-Softwareerlöse an das obere Ende der Prognosespanne. Das ist eine optimistischere Einordnung innerhalb des bestehenden Ausblicks, keine Anhebung über dessen bisherige Obergrenze hinaus.
Analysten reagieren auf Quartalszahlen
Nach den Quartalszahlen erhöhte Goldman Sachs am Freitag das Kursziel von 230 auf 258 Euro und bestätigte die Kaufempfehlung. Das berichtete dpa-AFX.
Diese Analystenaktion ging den TechEd-Ankündigungen voraus und ist daher nicht als Reaktion auf die neuen Entwicklerwerkzeuge zu verstehen. Für Anleger ergänzen die Produktneuheiten vielmehr die bereits veröffentlichten Geschäftszahlen: Das Cloudwachstum liefert den finanziellen Beleg, während die angekündigten KI-Erweiterungen das weitere Produktangebot prägen sollen.
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