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SAP Aktie: EU-Verfahren AT.40823 beigelegt

SAP einigt sich mit EU-Kommission: Kunden erhalten mehr Flexibilität bei Wartungsverträgen und Lizenzen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • EU-Kartellverfahren ohne Geldbuße beigelegt
  • Mehr Freiheit bei Support-Anbieter-Wahl
  • Kündigung ungenutzter Lizenzen möglich
  • Aktienkurs reagiert kaum auf Einigung

40823 beigelegt, ohne eine Geldstrafe zahlen zu müssen. Die EU-Kommission akzeptierte verbindliche Zusagen des Walldorfer Softwarekonzerns, die weltweit für zehn Jahre gelten und von einem Treuhänder überwacht werden. Damit endet ein Verfahren, das sich um die Praxis des Konzerns drehte, Kunden bei Wartungsverträgen wenig Spielraum zu lassen.

Was sich für SAP-Kunden konkret ändert

Im Kern der Einigung steht mehr Flexibilität für Bestandskunden. Sie können künftig ihren Support-Anbieter pro Teilbereich der eigenen IT-Landschaft frei wählen, statt an einen einzigen Wartungsvertrag gebunden zu bleiben. Ungenutzte Lizenzen lassen sich kündigen, etwa wenn ein Unternehmen binnen zwei Jahren mehr als zehn Prozent seiner Belegschaft abbaut, Insolvenz anmeldet oder eine Implementierung scheitert. Auch bislang übliche Wiedereinstiegsgebühren für Kunden, die den Anbieter wechseln und später zurückkehren wollen, entfallen. Nachzahlungen für entgangene Wartung werden gedeckelt. Verstößt SAP künftig gegen diese Zusagen, drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes – nach aktuellen Zahlen ein Betrag von rund 3,7 Milliarden Euro.

Der Deutschsprachige SAP-Anwenderverein DSAG begrüßte die Einigung. SAP selbst geht laut eigener Einschätzung davon aus, dass die Zusagen keine wesentlichen finanziellen Auswirkungen auf das Geschäft haben werden. Reuters hatte bereits am 9. Juli berichtet, dass SAP mit den Zugeständnissen einen Kundenwechsel erleichtert und damit die drohende Geldstrafe abwendet. Parallel zur Einigung wurde bekannt, dass der Schmuckkonzern Swarovski auf SAP Cloud ERP migriert – ein Beleg dafür, dass das Neukundengeschäft trotz des jahrelangen Verfahrens weiterläuft.

Die Reform der Wartungsverträge dürfte für viele Bestandskunden auch deshalb an Bedeutung gewinnen, weil der Umstieg von der Altsoftware ECC auf S/4HANA angesichts des absehbaren Endes des ECC-Supports 2027 ansteht. Größere Freiheiten bei Lizenzen und Support könnten den Wechseldruck für Unternehmen abfedern, die diesen Umstieg noch vor sich haben.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse sorgte die Einigung nicht für einen spürbaren Ausschlag. Die SAP-Aktie schloss am Freitag bei 138,50 Euro, ein Plus von 0,13 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Minus von 0,59 Prozent zu Buche, auf Monatssicht ein Rückgang von 6,52 Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier 31,44 Prozent verloren, binnen zwölf Monaten sogar 47,09 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 265,75 Euro, erreicht im Juli 2025, trennen die Aktie damit fast 48 Prozent. Zum erst wenige Wochen alten 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro aus Ende Juni beträgt der Abstand knapp 5,9 Prozent.

Die Kursentwicklung zeigt damit einen Titel im Konsolidierungsmodus: Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 145,72 Euro, gut fünf Prozent über dem aktuellen Kurs, der 200-Tage-Durchschnitt bei 178,70 Euro, entsprechend 22,5 Prozent darüber. Der RSI von 45,8 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 38,49 Prozent auf anhaltend nervöse Handelsbewegungen hindeutet. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf 162,17 Milliarden Euro. Die beigelegte Kartellsache dürfte für Anleger vor allem regulatorische Klarheit bringen, während die eigentliche Kursrichtung weiter von der operativen Entwicklung des Cloud-Geschäfts abhängen dürfte.

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