Die Bedenken waren groß: Neue KI-Assistenten könnten traditionelle Softwareplattformen überflüssig machen. Die sogenannte „SaaS-Apokalypse“ — nie mehr monatliche Lizenzeinnahmen, nur noch günstige Prompts. SAP kontert mit einer klaren Strategie. Der Softwarekonzern positioniert sich nicht als Verlierer, sondern als zentraler Profiteur der KI-Welle.
Analystenstimme mit Substanz
Die DZ Bank bestätigt diese These. Analyst Johannes Schaller hält an der „Buy“-Einstufung mit Kursziel 200 Euro fest. Sein Argument: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18,3 biete eine attraktive Bewertung. Die Integration von KI in Kernprozesse wirke als Wachstumsbeschleuniger, nicht als Bedrohung.
Ericsson als KI-Leuchtturm
Ein konkreter Beleg liefert die Partnerschaft mit Ericsson. Der Telekommunikationsausrüster hat die Pilotphase hinter sich gelassen und nutzt nun die „Business Data Fabric“ von SAP für seine gesamte Datenlandschaft. 85.000 Mitarbeiter arbeiten produktiv mit dem KI-Copiloten Joule. Für SAP ist dieser Großkunde ein handfestes Referenzprojekt — ein Beweis, dass KI in Unternehmen skalieren kann.
Expansion in Lateinamerika
Parallel dazu baut SAP seine internationale Präsenz aus. Die kolumbianische Grupo UMA, ein führender Motorradhersteller, stellt seine gesamte Wertschöpfungskette auf die SAP-Suite um — von Produktion über Finanzen bis zur Lagerverwaltung. Laut CTO Mauricio Urrea Ospina bildet die Software das fundamentale Rückgrat für Effizienzsteigerungen in Montage und Vertrieb.
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Überkauft, aber hoffnungsvoll
Trotz der positiven Nachrichten notiert die SAP-Aktie bei 150 Euro — ein Minus von knapp einem Prozent im Wochenvergleich.
Der RSI liegt bei 82,3 Punkten, die Aktie ist technisch überkauft. Seit Jahresbeginn verliert das Papier 25,74 Prozent, das 52-Wochen-Hoch bei 271,60 Euro ist weit entfernt. Dennoch: Die Bodenbildung scheint eingeleitet, der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 137,62 Euro beträgt neun Prozent.
Nächster Schritt: Dremio
Der Fokus richtet sich nun auf die Übernahme des Datenplattform-Anbieters Dremio, die im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden soll. Sie soll die Grundlage dafür schaffen, auch Nicht-SAP-Daten nahtlos in die KI-Modelle zu integrieren. Gelingt das, könnte SAP die Diskussion um die „SaaS-Apokalypse“ endgültig beenden.
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