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SAP Aktie: Dremio-Übernahme im Q3 2026 erwartet

SAP treibt auf der Sapphire-Konferenz die KI-Strategie voran, plant die Dremio-Übernahme und vertieft die Microsoft-Partnerschaft. Die Aktie bleibt trotz ambitionierter Ziele schwach.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Fokus auf autonome Unternehmensprozesse
  • Übernahme von Dremio geplant
  • Ausbau der Microsoft-Kooperation
  • Aktie weiter unter Druck

SAP setzt auf der Sapphire-Konferenz ein klares Signal: Der Konzern will die Steuerungszentrale für KI-gestützte Unternehmensprozesse werden. Der Plan ist ambitioniert, die Börse bleibt skeptisch. Die Aktie notiert bei 141,62 Euro und liegt seit Jahresanfang knapp 30 Prozent im Minus.

KI wird zum Kern der Strategie

Im Mittelpunkt steht das „autonome Unternehmen“. SAP will Geschäftsprozesse so umbauen, dass KI-Agenten Aufgaben selbst ausführen können. Dafür bündelt der Konzern seine Business Technology Platform, die Business Data Cloud und Business AI.

Die neue Autonomous Suite soll SAP-Anwendungen mehr Eigenständigkeit geben. Dazu zählen über 50 domänenspezifische Joule-Agenten, Joule Studio 2.0, Agent Governance und Company Memory. Das Ziel: weniger Insellösungen, mehr KI direkt im ERP-Kern.

Für SAP ist das mehr als ein Produkt-Update. CEO Christian Klein positioniert den Konzern stärker als Business-AI-Anbieter. Genau hier liegt der strategische Hebel: Wer die Unternehmensdaten kontrolliert, kann auch die KI-Prozesse steuern.

Dremio soll die Datenbasis stärken

Ein wichtiger Baustein ist die geplante Übernahme von Dremio. SAP will damit die Business Data Cloud ausbauen und SAP- sowie Nicht-SAP-Daten besser verbinden. Die finanziellen Eckdaten der Transaktion bleiben offen.

Dremio bringt eine offene Lakehouse-Plattform mit. Sie soll analytische Workloads und KI-Anwendungen über Systemgrenzen hinweg stützen. SAP setzt dabei auf Apache Iceberg als natives Tabellenformat.

Der Abschluss der Übernahme steht noch unter behördlichem Vorbehalt. SAP erwartet ihn im dritten Quartal 2026. Bis dahin bleibt die Datenstrategie klar, aber noch nicht voll abgesichert.

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Microsoft bleibt wichtiger Partner

Parallel dazu vertieft SAP die Zusammenarbeit mit Microsoft. Azure betreibt inzwischen die größte RISE-with-SAP-Produktionsumgebung. Mehr als 60 Prozent der neuen RISE-Deployments in der ersten Jahreshälfte 2026 laufen auf Azure.

Beide Konzerne wollen auch das globale RISE-with-SAP-Acceleration-Programm auf Azure ausweiten. Die Zahl der aufgenommenen Kunden soll sich im laufenden Jahr mehr als verdoppeln. Außerdem arbeiten SAP und Microsoft an Business Data Cloud Connect für Microsoft Fabric.

Damit zielt SAP auf ein großes Problem vieler Unternehmen. Daten liegen oft verteilt in verschiedenen Systemen. Ohne saubere Verbindung bleibt KI teuer, langsam und schwer steuerbar.

Ausblick hält, Aktie schwach

Operativ bleibt SAP bei seinen Jahreszielen. Für 2026 peilt der Konzern Cloud- und Softwareumsätze von 36,3 bis 36,8 Milliarden Euro an. Das non-IFRS-Betriebsergebnis soll 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro erreichen.

Beim Cloud-Umsatz rechnet das Management weiter mit 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro. Nach einem starken ersten Quartal erwartet SAP im zweiten Quartal aber eine Verlangsamung. Das dürfte die vorsichtige Marktreaktion erklären.

Die Aktie verlor am Mittwoch 0,87 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von 45,74 Prozent. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt fast 28 Prozent.

Die nächste harte Prüfung folgt am 23. Juli 2026. Dann veröffentlicht SAP den regulären Finanzbericht um 22:05 Uhr, die Telefonkonferenz beginnt um 23:00 Uhr. Spätestens dort muss der Konzern zeigen, wie viel Tempo hinter der KI-Strategie steckt.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.