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SAP Aktie: Dremio-Übernahme am 6. Juli

SAP integriert Data-Lakehouse-Spezialist Dremio früher als geplant, der Aktienkurs zeigt sich jedoch unbeeindruckt vom Zukauf.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Dremio-Übernahme vorzeitig abgeschlossen
  • Kurs bleibt im Abwärtstrend gefangen
  • Kostensenkungsprogramm läuft parallel
  • Quartalszahlen am 23. Juli erwartet

SAP hat den Kauf von Dremio unter Dach und Fach gebracht. Der Data-Lakehouse-Anbieter sollte eigentlich erst im dritten Quartal an Bord kommen. Stattdessen meldet SAP den Abschluss bereits am 6. Juli 2026 – und die Börse reagiert trotzdem kaum.

Was der Zukauf für SAP bedeutet

Dremio betreibt eine offene Data-Lakehouse-Plattform. Die Technologie erlaubt es, Daten aus SAP- und Nicht-SAP-Systemen in Echtzeit zu kombinieren. Nutzer müssen dafür keine Daten mehr verschieben oder umwandeln.

Das spart Zeit und Geld bei Analysen und KI-Anwendungen. Für SAP ist der Deal ein weiterer Baustein in der KI- und Datenplattform-Strategie. Erst im Frühjahr hatte der Konzern die Übernahme des Master-Data-Management-Anbieters Reltio abgeschlossen. Finanzielle Details zu Dremio nennt SAP nicht.

Kurs bleibt trotz Übernahme unter Druck

Die Aktie schloss am Dienstag bei 143,18 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 29,12 Prozent zu Buche. Auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang sogar 45,54 Prozent.

Etwas Entspannung gibt es immerhin: Der Kurs liegt 9,46 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom 25. Juni bei 130,80 Euro. Zum Rekordhoch von 266,00 Euro aus dem Juli 2025 klafft aber weiterhin eine Lücke von 46,17 Prozent. Auf Wochensicht steht ein mageres Plus von 1,91 Prozent, der 30-Tage-Trend zeigt mit minus 9,40 Prozent klar nach unten.

Ein Grund für die verhaltene Reaktion: SAP strafft parallel die Kosten. Der Konzern bremst Neueinstellungen und Dienstreisen. Neue Stellen entstehen künftig fast nur noch in zentralen KI-Rollen. Dienstreisen zu internen Events ohne KI-Bezug fallen weg, zusätzlich prüft SAP Einsparungen bei Lieferanten.

JPMorgan-Analyst Toby Ogg sieht in diesem Sparkurs kein gutes Zeichen. Für ihn deutet er eher auf einen hohen Investitionsbedarf hin, den SAP decken muss. Ogg belässt die Aktie auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 175 Euro.

Quiet Period bremst Impulse

Zu den Details der Dremio-Integration schweigt das Management vorerst. SAP befindet sich in der Stillhalteperiode vor den Quartalszahlen. Am 23. Juli 2026 um 22:05 Uhr MESZ meldet der Konzern die Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr.

Die Charttechnik zeigt derweil, wie tief SAP im Abwärtstrend steckt. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 146,19 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 180,16 Euro. Der Abstand von 20,52 Prozent zwischen beiden Linien unterstreicht den intakten langfristigen Abwärtstrend.

Ob Dremio als Wachstumstreiber wahrgenommen wird, entscheidet sich frühestens am 23. Juli. Dann äußert sich das Management erstmals wieder öffentlich zur Geschäftslage – und muss erklären, wie der Sparkurs mit den milliardenschweren KI-Ambitionen zusammenpasst.

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Diskussion zu SAP

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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