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SAP Aktie: Dremio-Übernahme abgeschlossen

SAP-Aktie leidet unter Branchensorgen vor Quartalszahlen. Analysten sehen trotz Kursverlusten Potenzial bei der Bewertung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Verkaufswelle durch schwache IBM-Zahlen
  • Quartalsbericht am 23. Juli erwartet
  • Analysten bestätigen Kaufempfehlungen
  • EU-Kartellverfahren gegen SAP beendet

Enttäuschende Vorabzahlen von IBM schürten am Markt die Sorge, dass IT-Budgets verstärkt in KI-Hardware statt in Unternehmenssoftware fließen. Dieser „IBM-Schock“ belastete den Titel zusätzlich, ausgerechnet eine Woche bevor der Walldorfer Konzern selbst seine Zahlen vorlegt. Seit dem 16. Juli befindet sich SAP zudem in der „Quiet Period“ vor der Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026, die für den 23. Juli um 22:05 Uhr MESZ angesetzt ist, gefolgt von einer Analystenkonferenz um 23:00 Uhr.

Am Markt zeigt sich die Aktie zuletzt etwas erholt: Der Kurs steht bei 138,14 Euro und legt am Berichtstag um 1,29 Prozent zu, nach einem Schlusskurs von 136,38 Euro am Vortag. Auf Wochensicht bewegt sich der Titel mit minus 0,13 Prozent nahezu unverändert, auf Monatssicht steht ein Rückgang von 3,06 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 31,61 Prozent verloren, binnen zwölf Monaten sogar 47,41 Prozent. Damit liegt der Kurs 48,02 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 265,75 Euro vom 17. Juli 2025, während der Abstand zum erst kürzlich markierten 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro am 25. Juni 2026 nur noch 5,61 Prozent beträgt. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt mit 144,84 Euro über dem aktuellen Kurs, der 200-Tage-Durchschnitt mit 176,81 Euro deutlich darüber. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 34,82 Prozent unterstreicht die Nervosität, mit der der Markt derzeit auf SAP-Nachrichten reagiert.

Analysten sehen die Bewertung günstig

Trotz des Kursverfalls bleiben mehrere Analysehäuser optimistisch. Jefferies bestätigte am 9. Juni die Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 230,00 Euro. Die Deutsche Bank beließ ihr Rating am 18. Mai ebenfalls auf „Buy“ mit einem Kursziel von 200,00 Euro, nachdem sie die Dynamik der Cloud-Migration bewertet hatte. UBS bekräftigte am 15. Mai die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 205,00 Euro. Medienberichten zufolge gilt die fundamentale Bewertung nach den jüngsten Rücksetzern als zunehmend attraktiv, wobei die kurzfristige Kursentwicklung stark davon abhänge, wie robust sich die Cloud-Wachstumsraten im kommenden Quartalsbericht zeigen.

Kartellverfahren beendet, Zukäufe abgeschlossen

Auf der Unternehmensseite gab es zuletzt mehrere handfeste Entwicklungen. Die EU-Kommission nahm am 9. Juli die von SAP angebotenen Verpflichtungszusagen zu den Wartungs- und Supportrichtlinien für On-Premise-Produkte offiziell an und beendete damit das kartellrechtliche Verfahren. Die Zusagen gelten für zehn Jahre. Der SAP-Partner All for One Group begrüßte die Entscheidung und erwartet für Kunden künftig mehr Flexibilität bei hybriden Systemlandschaften und Supportmodellen. Bereits am 6. Juli hatte SAP die Übernahme von Dremio abgeschlossen, einem Anbieter einer Data-Lakehouse-Plattform. Die Integration soll die Fähigkeiten im Bereich der agentischen KI stärken, indem SAP- und Nicht-SAP-Daten kombiniert werden.

Neue Organisation, Allianz und Kapitalrückführung

Seit dem 1. Juli gilt bei SAP eine neue Organisationsstruktur: CEO Christian Klein übernimmt die direkte operative Leitung der Produktentwicklung für die Business Suite. Vorstandsmitglied Muhammad Alam gibt entsprechende Kompetenzen ab und wird das Unternehmen im Frühjahr 2027 verlassen. Ebenfalls am 1. Juli gaben SAP, Nokia und Microsoft den Abschluss einer mehrjährigen strategischen Allianz bekannt. Medienberichten zufolge migriert Nokia im Rahmen des „RISE with SAP“-Programms auf die Microsoft Azure Cloud-Infrastruktur. Parallel bestätigte das Management den Fortgang des laufenden Aktienrückkaufprogramms: Bis Ende Juli 2026 sollen eigene Anteile im Wert von 2,6 Milliarden Euro zurückgekauft worden sein. Auf der Hauptversammlung Anfang Mai hatten die Aktionäre zudem einer Dividendenerhöhung auf 2,35 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 zugestimmt, nach 2,20 Euro im Vorjahr. Mit Blick auf den 23. Juli richtet sich die Aufmerksamkeit nun darauf, ob die Cloud-Zahlen die Sorgen der vergangenen Tage entkräften können.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.