SAP kauft Reltio — und schickt damit ein klares Signal: Das Walldorfer Unternehmen will nicht nur KI-Anwendungen verkaufen, sondern auch die Datengrundlage liefern, auf der diese laufen. Doch der Akquisitionsplan trifft auf ein schwieriges Marktumfeld, das die Aktie seit Jahresbeginn um mehr als 28 Prozent belastet hat.
Reltio füllt eine strategische Lücke
Der Kern des Deals liegt in einem strukturellen Problem vieler Großunternehmen: Ihre Daten sind über Dutzende Systeme verteilt, inkonsistent und damit für KI-Anwendungen kaum nutzbar. Reltios Plattform adressiert genau das. Das sogenannte Entity-Resolution-System führt Datensätze aus verschiedenen Quellen zu einem einheitlichen „Golden Record“ zusammen — einer bereinigten, zuverlässigen Datenbasis für Kunden, Produkte, Lieferanten und Mitarbeiter.
SAP will die Technologie in seine Business Data Cloud (BDC) integrieren, die im Februar 2025 gemeinsam mit dem Datenspezialisten Databricks gestartet wurde. Reltios Kundenliste liest sich dabei durchaus respektabel: Pfizer, Radisson und Warner Bros. zählen zu den Nutzern. Finanzielle Details der Transaktion nannte SAP nicht; der Abschluss wird für das zweite oder dritte Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
Ein Nebeneffekt des Deals könnte sein, die Bekanntheit der BDC zu steigern. Einer Dezember-Studie der deutschsprachigen Anwendergruppe DSAG zufolge waren 83 Prozent ihrer Mitglieder nur wenig oder gar nicht mit dem Dienst vertraut — ein ernüchternder Befund für ein Produkt, das im Zentrum von SAPs KI-Strategie steht.
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April-Zahlen als erster Lackmustest
Die Aktie notiert knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 142,34 Euro und damit rund 31 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der Kursverfall spiegelt nicht nur allgemeinen Marktdruck wider, sondern auch spezifische Unsicherheiten rund um SAPs Geschäftsmodell.
Zwei Themen dürften die Quartalszahlen am 23. April prägen. Erstens: SAPs Kundenbasis ist stark auf produzierende Unternehmen ausgerichtet — eine Branche, die von den Zöllen der US-Regierung unter Donald Trump überdurchschnittlich betroffen sein könnte. Beobachter werden prüfen, ob On-Premises-Kunden ihren geplanten Wechsel in die Cloud angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten verschieben. Das Cloud-Umsatzwachstum gilt als wichtigste Kennzahl des Quartals.
Zweitens steht ab Juli 2026 ein Wechsel vom Abonnement- zum verbrauchsbasierten Abrechnungsmodell für KI-Dienste an. Analysten werden die April-Zahlen auf erste messbare Umsatzbeiträge aus KI-Verträgen abklopfen — als Indiz dafür, ob das neue Modell trägt. Da SAP zu den ersten großen Softwareunternehmen gehört, die in diesem Quartal berichten, werden die Ergebnisse auch als Stimmungsbarometer für den gesamten Sektor gelten.
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