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SAP Aktie: CVE-2026-44747 mit CVSS 9,9

SAP kämpft mit kritischer NetWeaver-Sicherheitslücke und den Folgen einer IBM-Gewinnwarnung. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kritische NetWeaver-Sicherheitslücke mit Höchstwertung
  • IBM-Gewinnwarnung belastet gesamten Softwaresektor
  • SAP-Aktie fällt auf Jahrestief zurück
  • Charttechnik zeigt anhaltenden Abwärtsdruck

Während sich Sicherheitsforscher weltweit mit einer hochkritischen Schwachstelle im NetWeaver-System befassen, drückt zusätzlich eine Gewinnwarnung des US-Rivalen IBM auf die Stimmung im gesamten Softwaresektor. Die SAP-Aktie notiert aktuell bei 135,46 Euro und büßt damit 0,34 Prozent gegenüber dem Vortag ein. Der Titel bewegt sich nur noch 3,56 Prozent oberhalb seines 52-Wochen-Tiefs von 130,80 Euro, das erst Ende Juni erreicht wurde.

Kritische Sicherheitslücke mit Höchstwertung

Im Zentrum der Aufmerksamkeit von IT-Sicherheitsbehörden steht der SAP-Patchday vom Juli 2026. Der Konzern veröffentlichte 20 Sicherheitshinweise, darunter vier als „HotNews“ eingestufte und sechs mit hoher Priorität. Die gravierendste Lücke trägt die Kennung CVE-2026-44747 und erreicht mit einem CVSS-Wert von 9,9 nahezu die Höchststufe der Skala. Betroffen ist NetWeaver AS ABAP, wo ein authentifizierter Angreifer über eine Memory-Corruption-Schwachstelle Daten einsehen, verändern oder Systeme lahmlegen könnte. Die Cyber Security Agency of Singapore warnte am 15. Juli ausdrücklich vor der Lücke und riet zu sofortigem Patchen.

Zwei weitere kritische Schwachstellen mit einem CVSS-Wert von jeweils 9,1 betreffen den Approuter, wo HTTP Request Smuggling auch ohne Authentifizierung Denial-of-Service-Angriffe ermöglicht, sowie die Commerce Cloud, in der fest hinterlegte OAuth-2.0-Zugangsdaten unautorisierten Datenzugriff erlauben. Als Übergangslösung für die NetWeaver-Lücke empfiehlt SAP, betroffene ICF-Knoten im System SICF zu deaktivieren – dies beeinträchtigt allerdings die Funktion von SAP GUI for HTML. Nach Angaben von InfoSec Today liegen bislang keine Hinweise auf aktive Ausnutzung der Lücken vor. An der Analyse war unter anderem Onapsis Research Labs beteiligt. Der Zeitpunkt ist brisant: Erst im April war SAP bereits Ziel eines Supply-Chain-Angriffs über kompromittierte npm-Pakete geworden, bei dem ein Bun-basierter Credential-Stealer Zugangsdaten für Cloud-Dienste und Entwicklerplattformen abgriff.

IBM-Gewinnwarnung reißt Sektor mit

Parallel zur Sicherheitsdebatte sorgte am 14. Juli eine Nachricht aus den USA für Verkaufsdruck: IBM legte enttäuschende vorläufige Quartalszahlen vor, CEO Arvind Krishna äußerte sich laut heise online zurückhaltend zur Nachfrage im Mainframe-Geschäft und verwies auf Chipflation und die Sicherheitslage als Belastungsfaktoren. Die IBM-Aktie brach dem Bericht zufolge um rund 25 Prozent ein. Der Schock erfasste den gesamten Softwaresektor – SAP zählte laut UBS DailyTrader an diesem Handelstag zu den größten Verlierern im DAX. Trotz einer zuvor angelaufenen leichten Erholung der Walldorf-Aktie sorgte die IBM-Nachricht für einen deutlichen Rücksetzer, wie mehrere Marktbeobachter unter Verweis auf die schwachen IBM-Zahlen übereinstimmend berichteten. Zugleich erhielt SAP nach Angaben von Finanznachrichten.de trotz gesenkter Kursziele weiterhin Rückendeckung von Analystenseite.

Charttechnisches Bild bleibt angeschlagen

Das technische Bild der Aktie spiegelt den anhaltenden Abwärtsdruck wider. Der Titel notiert 6,61 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 145,04 Euro und liegt mit 23,58 Prozent Abstand deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 177,27 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen verlor die Aktie 4,77 Prozent, binnen sieben Tagen 1,95 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 32,94 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von 47,85 Prozent – der Kurs bewegt sich damit fast 49 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 265,75 Euro aus dem Juli 2025. Der RSI von 42,3 signalisiert weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Lage, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 34,38 Prozent auf anhaltend nervöse Handelsbedingungen hindeutet. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf 164,32 Milliarden Euro. Für Anleger dürfte in den kommenden Tagen entscheidend sein, ob SAP die Sicherheitslücken zügig adressiert und ob sich der Sektor von der IBM-Belastung erholt.

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